Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 02.03.2016

„Ich habe keinen Plan B“

Seit ihrer Kindheit wusste Magdalena Schwitzer, dass es für sie nur einen Beruf gibt – Künstlerin. Heute mit 19 Jahren und kurz vor dem Abschluss der HTL Kramsach ist die Schwazer Malerin bereits auf dem besten Weg dahin.

Bild Magdalena_06.jpg
© Birgit Pichler

Die Schwazer Malerin Magdalena Schwitzer debütierte im Jahr 2014 auf der ART Innsbruck. Heuer stellt die Nachwuchskünstlerin dort bereits zum dritten Mal aus und auch in Berlin und Verona konnte Magdalena schon Fans für ihre Kunst gewinnen. Nun, kurz vor Abschluss der HTL Kramsach hat die TIROLERIN die 19-Jährige getroffen und mit ihr über ihre Kunst und ihre Zukunft gesprochen.

TIROLERIN: Deine Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert. Wie würdest du selbst deinen Stil beschreiben?
Magdalena Schwitzer: Ich beschäftige mich mit sehr vielen unterschiedlichen Dingen. Alles, über das ich mir während des Tages Gedanken mache, fließt in meine Kunst mit ein. Dabei versuche ich, möglichst eine Balance zwischen abstrakter und klarer Malerei zu finden. Der Betrachter soll mich verstehen, ich will ihm durch meine Bilder etwas mitteilen. Wichtig ist auch, dass ich Sachen ausprobieren kann und mit verschiedenen Stilen experimentiere.

TIROLERIN: Wie bist du zur Kunst gekommen?
Magdalena Schwitzer: Ich bin mit Kunst aufgewachsen. Mein Vater ist leidenschaftlicher Sammler und in unserem Haus gibt es viele tolle Bilder. Auch meine Mutter hat immer viel gezeichnet. Während andere als Kind Astronaut oder Arzt werden wollten, war ich mir immer sicher, dass ich später mal Künstler werden will, einen Plan B hatte ich nie. Dafür, dass meine Eltern meine Leidenschaft gefördert haben, bin ich wirklich dankbar. Mit dem Malen habe ich einen Weg gefunden, um mich auszudrücken und auch Erlebtes zu verarbeiten. Während andere fotografieren oder schreiben, um sich auszudrücken, male ich.

© Magdalena Schwitzer
Bild 10636588_10205381042633544_2675049438825358940_o.jpg
 
Bild 12469408_10205381030233234_4209661674413888198_o.jpg
 

TIROLERIN: Welchen Einfluss hatte dein schulischer Werdegang dabei?
Magdalena Schwitzer: Ich bin ja mittlerweile im Abschlussjahr der HTL Kramsach und die Ausbildung hat mir auf jeden Fall geholfen. Es gibt dort sehr gute Lehrer, die einen in die richtige Richtung lenken. Gerade mit 14 Jahren weiß man ja oft noch nicht genau, wohin man will, und die Lehrer unterstützen einen hier sehr. In der Schule konnten wir auch ganz ungezwungen viel ausprobieren, das hat mir immer großen Spaß gemacht.


TIROLERIN: Gibt es Künstler, die du für ihre Arbeit bewundern?
Magdalena Schwitzer: Natürlich gibt es viele Künstler, die Großartiges erreicht haben, aber es ist immer schwierig zu sagen, woran man Anerkennung und Erfolg misst. Aus diesem Grund habe ich eigentlich auch kein direktes Idol. Gerade bekannte Künstler sind ja oft nur zufällig an der Spitze und es gibt auch kaum die Möglichkeit, hinter die Fassade des Erfolges zu blicken, da man diese Leute nicht kennt und wenig über die wirklichen Umstände weiß. Auch gibt es sehr viele Künstler, die eigentlich viel zu wenig Wertschätzung bekommen, obwohl sie großartige Dinge leisten.


TIROLERIN:  Du schließt im Sommer die Schule ab. Wie soll es danach weitergehen?
Magdalena Schwitzer: Ich möchte im Herbst nach Berlin ziehen. Dort habe ich ja bereits ausgestellt und kenne auch einige Leute. Berlin ist eine großartige Stadt, die mir ganz neue Möglichkeiten bietet, und dort kann ich interessante Kontakte knüpfen und mich auch persönlich weiterentwickeln. Ich freue mich darauf, wenn die schulischen Verpflichtungen dann wegfallen und ich endlich mehr Zeit für meine Kunst habe.


TIROLERIN: Was wünscht du dir für die Zukunft?
Magdalena Schwitzer: Das ist eine schwierige Frage. Jeder wünscht sich, dass er auf großen Kunstmessen ausstellen darf und viel Anerkennung bekommt. Es wäre auch toll, wenn ich später einmal von meiner Kunst leben könnte oder mir zumindest ein Taschengeld damit verdienen kann. Aber für mich persönlich ist es das Wichtigste, dass meine Kunst für viele Personen verfügbar ist und dass sich die Leute auch darin wiederfinden, dass meine Bilder den Menschen etwas bedeuten. Wenn ich dieses Ziel erreiche, bin ich mehr als zufrieden!

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus