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People | 02.11.2017

Angekommen am Comedy-Olymp

Auf der Bühne und im Radio sorgt Gernot Kulis für beste Unterhaltung und viele Lacher. Ab November tourt der Comedian mit seinem neuen Programm „Herkulis“ endlich wieder durch das ganze Land. Uns hat er erzählt, was ihn zum Lachen bringt.

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Fotos: Manfred Baumann

Als Ö3-Callboy und mit seinem Wochenrückblick bringt Gernot Kulis ganz Österreich zum Lachen.  Sein letztes Programm „Kulisionen“ begeisterte 250.000 Menschen. Nun ist Gernot Kulis mit seiner neuen Tournee „Herkulis“ zurück und macht am 4. November  in Innsbruck Halt.  Wir haben ihn interviewt.

TIROLERIN: Wie sind Sie zu Comedy gekommen?
Gernot Kulis: Ich glaube, Comedy hat man schon im Blut.  Schon mit zwei Jahren habe ich meine Mutter beim Gehen mit den Stöckelschuhen imitiert oder habe in fremden Wohnungen in unserem Haus geklingelt und absichtlich die Nachbarn mit falschen Namen angesprochen. Ich war immer auf Spaß aus. Parallel habe ich auch immer Fußball gespielt, etwas, das ja auch mit Publikum zu tun hat. Ich wollte immer irgendwie etwas machen, bei dem ich andere begeistern kann. Ich glaube, es war schon immer in mir drin, Leute zu begeistern – fast wie eine Sucht, denn die meiste Energie kommt von Menschen. Ein Abend in einem kleinen Theaterkeller kann dabei genauso spannend sein wie ein Auftritt in der Olympiahalle in Innsbruck.


Worüber können Sie immer wieder lachen?
Meistens über ganz alltägliche Dinge, die zu Hause passieren. Auch wenn ich meine Kollegen anschaue und privat ins Kabarett gehe, durchleuchte ich diese nicht beruflich, sondern lache genauso laut und freue mich, wenn ein Gag gut ankommt. Ich lasse mich auch gern auf einen lustigen Film ein. Ich bin da nicht verkopft, sondern habe einen lockeren Zugang. Trotzdem erkenne ich natürlich, wo Qualität dahintersteckt.


Was ist für Sie richtig gute Comedy?
Die Überraschung ist entscheidend. Es bringt nichts, wenn ich ein Thema anfange, aber nicht zu Ende bringe – die Nummer nicht überraschend aufhört. Damit das Programm kurzweilig bleibt, darf ich es nicht vorsehen. Das ist eine Kunst, die schon beim Schreiben anfängt. Aber es gehört auch viel mehr dazu: der Ausdruck, Authentizität, dass man es auch wirklich so meint und dazu steht. Es bringt nichts, ein Thema zu verwenden, über das alle reden, aber zu dem ich keinen Bezug habe – das könnte ich nicht. Ich muss involviert sein. Ich habe zum Beispiel eine Nummer über den Stierlauf in Pamplona  im Programm. Dort bin ich mit einem Tierschützer hingefahren, und darüber kann nur ich erzählen, denn nur ich war dort.

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Ist Ihnen wirklich jeden Tag zum Lachen?
Ich würde sagen, ich bin ein erwachsenes Kind. Ich habe ein glückliches Leben und stehe schon mit einem Smile auf. Natürlich ärgere ich mich über ein paar Dinge, aber wenn diese nicht mein Weltbild verändern, sollte man sich den Tag nicht zerstören lassen. Natürlich bin ich auch mal müde von der Tour oder im Stress, aber kurz vor dem Auftritt kann ich sehr gut abschalten. Und sobald die Scheinwerfer angehen, bin ich voll und ganz dort. Man muss im Jetzt leben und ich nehme Probleme nicht mit auf Tournee.


Muss Comedy heutzutage politisch korrekt sein?
Political Correctness ist der Tod der Comedy – da können wir gleich damit aufhören. Comedy und Satire beruhen immer auf einem ernsten Zustand, den man bricht. Das muss erlaubt sein und davor darf man auch nicht zurückschrecken. Für mich ist es unverständlich, wenn man die Meinungs- und Pressefreiheit mit Füßen tritt. Jede Mann/Frau-Pointe beruht auf politischer Inkorrektheit, auch Witze über Lehrer, Politiker oder über wen auch immer. Wenn ich korrekt bleibe, wird es nicht lustig, man muss über sich, den Körper, die Menschen, Religionen lachen können. Fanatismus in jede Richtung muss ausgeblendet werden, das ist das Gegenteil von Humor.


Gibt es dennoch Grenzen?
Das Einzige, was für mich zählt, sind Moral und Ethik. Und darauf baue ich auf. Über Herkunft mache ich mich nicht lustig. Es gibt Punkte, die ich nicht angreife, weil ich sie zu grausig finde. Aber es kommt immer darauf an, wer der Empfänger ist und auf wen die Pointe abzielt. Viele Menschen hören ein Wort und schrecken schon zurück, das ist aber auch falsch. Es geht letzten Endes um die Aussagen, die Empfänger und die Pointe. Wer kriegt es ab und warum und ist es dann ok Ω das ist meine Einstellung.

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Herkulis – Die neue Live-show

In seiner neuen Stand-up-Comedy-Show „Herkulis“ widmet sich Gernot Kulis seiner Familiengeschichte und erzählt unter anderem vom Helden seiner Kindheit: Papa Kulis. Das Leben stellt uns Herkules-Aufgaben, jetzt gibt es Herkulis-Lösungen dafür.
Am 4. November ist Gernot Kulis im Congress Innsbruck zu Gast.

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