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People | 10.11.2017

Aus unserer Serie: Vom Leben gelernt

Ein Leben in bunten Farben

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Wie im Märchen. Irmgard Parth als kleines Mädchen in Sautens

Irmgard Parth (74) ist am glücklichsten, wenn sie in ihrer Werkstatt steht und ihre farbenprächtigen Holzdrucke erstellt. Sie teilt sich den Raum im Untergeschoss ihres Hauses in Sautens mit ihrem Mann Peter Fleming, der leidenschaftlich malt. Erst vor zwei Jahren sind die beiden wieder aus London zurückgekehrt in Irmgards Heimat, dort, wo alles begann.


Behütet. 1943 wurde Irmgard in Sautens geboren. Nur ein Monat nach ihrer Geburt fiel ihr Vater im Krieg in Russland. Die Mutter führte fortan den kleinen Bauernhof. Die Kindheit der Ötztalerin war trotz aller Schwierigkeiten sehr schön. Das kleine Mädchen war viel auf dem Feld und im Wald und las gern. Nach Abschluss der Hauptschule in Haiming rieten die Lehrer dem fantasiebegabten Mädchen, das schon immer viel malte, auf die Kunstgewerbeschule zu gehen. Doch die Mutter konnte sich so etwas nicht leisten. So arbeitete die junge Frau als Kindermädchen und Kellnerin, später zusammen mit einer Freundin auf einer Hütte in Sölden: „Ich war schon immer gern am Berg, doch nach vier Saisonen wurden wir weltfremd und scheu“, gibt die Sautnerin zu. Den jungen Frauen war klar, dass sie das ändern müssten und entschieden, vorerst für drei Monate nach London zu gehen.


Die große weite Welt. Die Anonymität der Stadt gefiel den beiden, und als sie Arbeit fanden, fiel die Entscheidung länger zu bleiben leicht. Nun wollten die jungen Mädchen auch einen Sprachkurs absolvieren. Doch als Irmgard Parth das Kursprogramm sah, wurde sie sofort auf einen Kunstkurs aufmerksam: „Pfeif auf Englisch, dachte ich mir“, lacht die heute 74-Jährige und besuchte an zwei Abenden einen Kurs im Aktzeichnen. Ihr Lehrer sah großes Potenzial in der jungen Künstlerin und motivierte sie, für ein Stipendium am College anzusuchen. Auf das dafür benötigte Examen in Englisch lernte sie jeden freien Nachmittag, und so kam es, dass die Tirolerin mit 27 am Hammersmith College zu studieren begann. Noch im ersten Jahr entdeckte sie ihre Leidenschaft für Holzschnitte und blieb dieser Kunstform bis heute treu. Nach ihrem Abschluss 1975  heiratete sie den Engländer Peter Fleming, den sie am College kennengelernt hatte. Zusammen bekamen die beiden 1979 ihre Tochter Elisabeth. Sie zum ersten Mal in den Armen zu halten, war Irmgards größtes Glück. Bis zur Pensionierung von Peter, der als Professor am Chelsea College arbeitete, blieben die beiden England treu. 2015 zog Irmgard gemeinsam mit ihrem Mann wieder nach Sautens.

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Fotos: Privat

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