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People | 28.08.2017

„Die Malerei fesselt mich“

Ganz egal, ob Natur oder figurale Kunst – die Axamer Künstlerin Jacqueline Seeber malt mit viel Gefühl und die Motive gehen ihr dabei nie aus. Wir haben sie zum Interview getroffen.

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Foto: Martin Vandory

Der Mensch mit seinen faszinierenden Gesichtsausdrücken und vielfältigen Schicksalen ist das, was Künstlerin Jacqueline Seeber immer wieder zum Malen inspiriert. Die 57-jährige Axamerin kreiert Bilder mit größter Leidenschaft und durfte bereits in vielen Ländern der Welt ihre Kunstwerke ausstellen. Wir haben sie in ihrem Atelier besucht.  

TIROLERIN: Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Jacqueline Seeber: Ich war als Kind schon sehr kreativ und vielleicht hat auch mein Vater eine große Rolle gespielt. Er hat Hinterglasbilder gemalt und ich durfte seine Farbreste aufbrauchen. Allerdings war er sehr streng und akzeptierte nur ganz exaktes Malen. Davon konnte ich mich lange nicht befreien. Später begann ich auch auszustellen. Doch als ich meinen Mann kennenlernte, die Kinder kamen und ich nebenbei noch als Diplomkrankenschwester arbeitete, war dafür einfach keine Zeit mehr. Ich schwor mir allerdings, wenn das jüngste Kind 20 ist, fange ich wieder an. Und  2005 war es dann endlich soweit.


Gibt es auch andere Kunstformen abseits der Malerei, die Sie interessieren?
Natürlich, ich arbeite auch sehr gerne mit Holz oder Ton. Doch die Malerei fesselt mich nach wie vor am meisten.


Woran liegt das?
Wenn ich ein Bild im Kopf habe, quält es mich schon fast und zwar so lange, bis ich es umsetzen kann. Ich muss malen, bis es für mich perfekt ist. Auch Farben haben einen wahnsinnigen Eindruck auf mich. Ich bin manchmal fast neidisch, wenn ich im Museum ein tolles Gemälde sehe – will dann auch eine ähnliche Farbtiefe erreichen.

 

Bild seeber_004.jpg
Foto: Martin Vandory

Was inspiriert Sie?
Meine Motive begegnen mir tagtäglich. Ich bin sozusagen ein Detailschauer, ich schaue ganz genau hin. Besonders inspirieren mich die Menschen selbst mit ihren Gesichtsausdrücken – ein kleines Lächeln, ein kritischer Blick – das fotografiere ich mit meinem Kopf. In meinem Job als Krankenschwester habe ich oft Patienten vor mir, die mir von ihrem Schicksal erzählen. Und dieser Wandel im Gesicht, wenn die Seele hinauskommt, das fasziniert mich und berührt mich. Trotzdem will ich aber auch das Positive mit meiner Kunst rüberbringen, denn es geht uns allen gut –  ich will mein Leben genießen und ich habe Freude an der Malerei.


Wo sind Ihre Bilder derzeit zu sehen?
Meine Bilder waren gerade in Malta zu sehen, aber auch auf der Art Fair Shanghai, in Berlin, Brüssel und Amerika. Ich war auch als einzige Österreicherin nach San Pietro di Felleto eingeladen, dort nahm ich an dem Projekt „Grande Guerra“ teil und durfte ein Bild für ein Weinettikett malen.  Außerdem durfte ich meine Werke im Rahmen der Biennale im Palazzo Mora im Zentrum von Venedig zeigen.


Wie kommt man zu diesen Ausstellungen?
Inzwischen werde ich häufig eingeladen, aber am Anfang ist es harte Arbeit. Man muss sich bewerben und muss auch bezahlen. Viele Künstler träumen davon, entdeckt zu werden, aber das spielt sich nicht. Kunst ist wie jedes Handwerk und jeder andere Beruf. Man muss investieren und so habe ich den Erlös jedes Bildes, das ich verkauft habe, in eine Ausstellung investiert – meine Malerei ist also eigenfinanziert und die Bilder erhalten sich von selbst.

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Foto: Martin Vandory
Jacqueline Seebers Werke
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BIRKENWALD, ÖL auf Leinwand, 2015
Bild FRÜHLING 140x50 Ölauf Leinwand  2016.JPG
FRÜHLING, Öl auf Leinwand, 2016
Bild WIESO 100x80 Öl auf Leinwand 2016.JPG
WIESO, Öl auf Leinwand, 2016
Bild HERBSTBEGINN Öl auf Leinwand 100x1000cm 2016.JPG
HERBSTBEGINN, Öl auf Leinwand, 2016
Bild Isabella Katharina Öl auf Leinwand 2014 100x80(HxB).JPG
Isabella Katharina, Öl auf Leinwand, 2014
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