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People | 07.07.2017

Diana's 20. Todestag

Sie wird ewig die Königin der Herzen sein und nie ganz in Frieden ruhen. Diana. Eine Frau zwischen Monarchie, Mutterliebe, Mode & Medien. Was sie uns hinterlässt und wie ihrer heuer gedacht wird. Ein Fan erinnert sich zurück.

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Die Königin der Herzen.

Das Telefon klingelte zu nachtschlafender Zeit im Élysée-Palast. Es ist der 31. August 1997. Um 4.05 Uhr verstarb die berühmteste Frau der Welt an inneren Verletzungen nach einem folgenschweren Autounfall im Tunnel der Pont d’Alma in Paris. Der damalige Präsident, Jacques Chirac, hätte laut Protokoll als Staatsoberhaupt den Tod der Princess of Wales verkünden müssen. Doch er war nicht aufzufinden, da er bei seiner Geliebten weilte. So kam es, dass dem Innenminister, Jean- Pierre Chevènement, diese traurige Aufgabe zuteil wurde. Die Queen urlaubte zu diesem Zeitpunkt auf Schloss Balmoral – mit Philip, Charles und den Jungs. Ihre erste Reaktion soll gewesen sein: „Jemand muss die Bremsen manipuliert haben.“ Bis heute wollen Verschwörungstheorien über die Umstände des Crashs nicht verstummen.

 

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Der Kuss. Diana (20) heiratet am 29. 7. 1981 Thronfolger Charles, damals 32.

Ein Kratzer. Vermutlich kann sich noch jeder erinnern, wo er war, als er die Todesnachricht erfahren hat. Ich stand am Morgen dieses 31. 8. 1997 unter der Dusche in einem Hotel in Berlin, wo ich die Funkausstellung besuchte. In der Nacht kam ich nach einem Boxkampf von Klitschko gegen irgendwen spät nach Hause und las im Teletext vom Unfall Dianas. Dass es wegen eines kleinen Kratzers gleich eine Riesenmeldung gab, fand ich echt übertrieben. Aber, soll sein. Diana wurde nach ihrer Scheidung am 28. August 1996 noch mehr von Paparazzi verfolgt, da sie nun nicht mehr Mitglied der königlichen Familie und somit „Freiwild“ war. Noch dazu turtelte sie im Sommer 1997 mit ihrer neuen Liebe, Harrods-Erbe Dodi Al-Fayed. Optisch hatte sie tatsächlich nur einen Kratzer, aber die Vene, die Herz und Lunge verbindet, war 2,5 Zentimeter aufgerissen und die Blutung konnte nicht gestoppt werden.

 

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Letztes Geleit. Philip, William, Dianas Bruder Charles, Harry und Charles beim Begräbnis am 6.9.1997. © picturedesk.com

Schock-Starre. Man muss vorausschicken, dass es hierzulande – denke ich – keinen größeren Diana-Fan gibt als mich. Ich war wirklich tief betroffen, denn seit Kindertagen verehrte ich diesen unglücklichen Menschen zwischen Monarchie und Medien, zwischen Selbstzerstörung und Neu- Inszenierung. Als Mädchen habe ich jedes Bild aus bunten Blättern ausgeschnitten und in Mappen geklebt. Ich hätte locker bei „Wetten, dass …?“ auftreten können. Man musste mir nur ein Outfit von Diana zeigen und ich wusste, bei welchem Anlass sie es trug. Und natürlich ist mir schon damals aufgefallen, dass sie in der Ehe furchtbar abmagerte, auch wenn ich keine Ahnung von Bulimie hatte.

 

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Dianas Stil wurde auf der ganzen Welt bewundert.

Ehe zu dritt. Aber nicht nur mein kindliches Gemüt lechzte in den 1980ern nach einer modernen Märchen- Prinzessin, die zum Liebling der Nation, ach was, der ganzen Welt avancieren sollte. Alle wollten das. Nur Charles nicht. 1977 lernte er Diana auf einer Jagdgesellschaft auf ihrem Familiensitz Althorp kennen. Sie war hin- und hergerissen, er riss sich gar nicht um das junge Ding. Er liebte immer nur Camilla. Bald 30, spürte er aber, das er heiraten würde müssen. Und der Thronfolger wusste auch, dass eine Frau mit Vergangenheit (verheiratet, 2 Kinder) keine Zukunft für England wäre. Also fiel das Los auf die damals 19-jährige jungfräuliche Hochadelige, deren Stammbaum ein paar Kilometer länger war als jener der Mountbatten- Windsors. 750 Millionen Menschen saßen am 29. Juli 1981 vor den Bildschirmen, als Shy Di ihrem (Alb-) Traumprinzen in der St Paul’s Cathedral vor 3.500 geladenen Gästen das Jawort gab. Die Manschetten-Knöpfe, die der Prince of Wales trug, waren ein Geschenk Camillas, das sie ihm am Vorabend schickte. Und Diana wusste das auch, wie sich später herausstellte. Für all die unglücklichen Jahre in diesem Beziehungsdreieck, in diesem abgekarteten Spiel, in dieser royalen Soap-Opera kam am 20. November 1995 ihr Tag der Abrechnung. Die BBC brachte ein Exklusivinterview mit Diana, das Martin Bashir führte. Tiefschwarz umrandete Augen, ihr berühmter gesenkter Blick mit scheuem Augenaufschlag. Das waidwunde Reh, das mittlerweile das Katz-und- Maus- Spiel mit der Presse perfekt beherrschte, offenbarte: „Nun, wir waren zu dritt in unserer Ehe. Das war ein bisschen viel.“

 

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Dianas Vermächtnis. Ihre Söhne William (l.) und Harry (r.) sowie Williams Frau Kate engagieren sich wie Diana für Charity.

Diana & ihre Männer. Das Prinz Charles keinen Hehl aus seinen Gefühlen ihr gegenüber machte, konnte man eigentlich schon bei der Verlobung am 24. Februar 1981 erahnen. Als er auf die Frage eines Reporters – „Sind Sie verliebt, Charles?“ – antwortete: „Was auch immer verliebt sein bedeutet.“ 1986 wurde Rittmeister James Hewitt Dianas Reitlehrer. Es entflammte eine leidenschaftliche Affäre, die fünf Jahre andauern sollte. Dass er der biologische Vater von Prinz Harry sei, hat er mehrmals abgestritten. Offiziell war Dianas zweiter Sohn (*15. 9. 1984) bereits zwei Jahre auf der Welt, als der Army-Captain in ihr Leben trat. Das bestätigte auch ihr ehemaliger Bodyguard Ken Wharfe. Ihre große Liebe war am ehesten der Herzchirurg Hasnat Khan. 1995 kam sie mit dem pakistanischen Doktor zusammen. Diese Episode beleuchtete ausgiebig der österreichische Regisseur Oliver Hirschbiegel in seinem Film „Diana“ mit Naomi Watts in der Titelrolle. Von Hochzeit war sogar die Rede. Doch einen Monat vor ihrem Tod machte sie Schluss mit Hasnat und floh in die Arme des ägyptischen Playboys Dodi. Die genauen Umstände
sind nicht bekannt. Dodi verstarb noch am Unfallort in Paris.



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Love affair. Diana und ihr letzer Freund Dodi. Er starb direkt am Unfallort. © picturedesk.com

In memoriam. Das Jahr 2017 ist kein leichtes für Dianas Söhne William (*21. Juni 1982) und Harry. Vielen ist noch der Trauermarsch der damals 12- und 15-jährigen Buben hinter Dianas Sarg im Gedächtnis. Tapfer gaben sie ihrer Mutter das letzte Geleit. Doch wie es in ihnen aussah, darüber sprachen sie privat mit Therapeuten und heuer erstmals in einem Interview für eine BBC-Doku zu Dianas 20. Todestag, die diesen Sommer ausgestrahlt wird. Harry: „Als sie starb, zeigten so viele Menschen so viel Liebe für sie. Es war schockierend und gleichzeitig wunderschön.“ Und William: „Wir mussten jetzt darüber sprechen, weil wir es unserer Mutter schuldig sind und ihr Andenken wahren. Wir haben Schuldgefühle, weil wir sie damals nicht beschützen konnten.“ Ein Gedenkkonzert wie zum 10. Todestag wird es nicht geben. Aber eine Charity-Gala und eine Ausstellung auf Althorp, wo sie auch begraben ist, sowie eine Statue im Kensington Park. Detail am Rande: Camilla, die Charles 2005 endlich heiraten durfte und mittlerweile beim Volk sehr beliebt ist, wird am 17. Juli 70 Jahre und möchte aus Pietätsgründen auf ein großes Fest verzichten.

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Verlobung. Am 24. 2. 1981 steckte Charles Diana den Saphir-Ring an, den William 2010 seiner Kate zur Verlobung schenkte.

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