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People | 12.04.2018

Hawaii: Südsee auf Amerikanisch

Der fünfzigste Bundesstaat der USA ist wohl auch der spektakulärste: Mehr als 3600 Kilometer vom US-Mainland  entfernt, liegt die tropische Inselwelt inmitten der Weiten des Pazifiks und begeistert seine Besucher mit Hula-Tänzen, angenehmem Klima und landschaftlicher Vielfalt.

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Fotos: Werner Thiele

Der braungebrannte Surfer mit dem Brett unter dem Arm auf dem Weg zum Wasser, der Gitarre-spielende Aussteigertyp, der auf der Strandpromenade einen Song nach dem anderen zum Besten gibt, und die hübsche Hula-Tänzerin, die beim traditionellen „Lu’au“-Festmahl die Hüften zu Ukulele-Klängen wiegt – all das ist Hawaii. Zu viel echte Tradition darf man sich allerdings nicht erwarten – in einer Nation, die erst im Jahre 1776 ihre Geburtsstunde erlebte, gilt alles, was davor lag, als „ancient“. „Ancient“ – also verdammt lange her, ist damit aus amerikanischer Sicht auch die Besiedlung der Inselgruppe durch polynesische Seefahrer, die wohl um 300 nach Christus stattfand. 

 

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Fotos: Werner Thiele

Die Lebensart ist allerdings nicht so amerikanisch, wie man befürchten könnte – der Lebensstil hier ist relaxed und gechillt. Entspannt muss man hier wohl auch sein, denn die Insel Hawaii („Big Island“) verdankt ihre Entstehung dem Vulkanismus – der Mauna Kea gilt als „schlafender“ Vulkan und sein nicht minder beeindruckender, sogar noch massereicherer Bruder Mauna Loa (4170 Meter hoch) ist zuletzt 1984 ausgebrochen. Dagegen macht sich der Kilauea richtig klein aus, doch Vorsicht: Seit 1983 tritt hier stetig Lava aus. Am sichersten lässt sich der Hawaii Volcanoes National Park daher aus dem Hubschrauber genießen. 

 

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Fotos: Werner Thiele

Über den grau-glänzenden Lavafeldern erhebt sich in der Ferne der Mauna Kea zu seiner imposanten Höhe von 4205 Metern – dies macht ihn, vom Meeresboden aus gemessen, mit etwas über 10 Kilometer Gesamthöhe zum höchsten Berg der Welt. Und man glaubt es kaum: Bei angenehmen 25 Grad Lufttemperatur auf  Meereshöhe schimmert der Krater des Mauna Kea schneebedeckt. Feuer und Eis liegen auf Hawaii nicht weit auseinander – die Urgewalten der Natur leisten hier ganze Arbeit. 

 

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Fotos: Werner Thiele

Die Landschaftsvielfalt von Hawaii setzt sich auch unter Wasser fort. Beim Tauchen und Schnorcheln lassen sich grüne Hartkorallenriffe samt ihrer bunten Bewohner bestaunen – und mit etwas Glück beehrt die eine oder andere Schildkröte oder eine Gruppe neugieriger Delfine die Unterwasserentdecker mit ihrer Anwesenheit. Auch hier dominiert ein durch Vulkanismus geprägtes Panorama – die Lavamassen, die sich einst ins Meer ergossen, sind zu langen Zungen, Türmen und Bögen erstarrt. 

 

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Fotos: Werner Thiele

Am Nordende der fast diamantförmigen und mit Abstand größten Insel des Hawaii-Atolls bildet eine Märchenlandschaft ein wahres Kontrastprogramm zu den Lavaweiten der Vulkane.  Hier schneiden steile Täler tiefe Furchen in die Landschaft, die sich zum Ozean hin öffnen. An den üppig grünen Steilwänden stürzen die Wassermassen mehrerer Wasserfälle tosend in die Tiefe. Das Blau des Himmels und des Meeres vereinen sich mit dem Grün der Vegetation zu einem malerischen Bild. So viel Sightseeing macht durstig – und den Durst löscht man am besten in einer der vielen beliebten Brauereien, die mit einer unerwarteten Vielfalt an Bieren von hellem Hefeweizen bis dunklem Ale aufwarten.

 

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Fotos: Werner Thiele

Mit einem „Lavaman“ in der Hand (die lautmalerische Ähnlichkeit zu „Lover Man“ kommt wohl nicht von ungefähr) macht das Beobachten des bunten Strandtreibens gleich noch mehr Spaß. Wer gerne den Weizensaft durch etwas Koffeinhältiges ersetzt, kommt auch auf seine Kosten – auf „Big Island“ wird seit über 100 Jahren der berühmte Kona-Kaffee angebaut. Die etwa 900 Tonnen Kaffee, die pro Jahr geerntet werden, sind bei Kennern beliebt – und auch tatsächlich mit der ansonsten eher wässrigen Brühe, die in Amerika als Kaffee serviert wird, nicht zu vergleichen. 

 

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Fotos: Werner Thiele

An der Strandpromenade drehen die Jogger ihre Runden, während sich die Stand-up-Paddler mit den Schwimmern in Sachen Ausdauer messen. Man versucht nicht nur sportlich auszusehen, sondern auch tatsächlich sportlich zu sein. Das fällt gar nicht so schwer, denn hier befindet sich die Start- und Ziellinie des berühmt-berüchtigten „Iron Man“ – eines Mega-Triathlons, in dem die etwa 1250 Teilnehmer jedes Jahr im Oktober Außergewöhnliches vollbringen: Wer hier den beliebten Titel „Ironman Finisher“ erringen will, muss 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer laufen. Auch das passt nicht ins Bild des Durchschnittsamerikaners, aber Hawaii ist eben anders. 

 

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Fotos: Werner Thiele

Der Straßenmusiker mit seiner Gitarre stimmt gerade „What a Wonderful World“ an. Über all dem thront der große Schildvulkan, friedvoll auf die Schar der Sportler und Touristen herabblickend, aber allzeit bereit, sich mit Donnergrollen feuerspuckend aus dem Schlaf zu erheben. Die Sonne versinkt glutrot im Westen im Pazifischen Ozean. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Aloha!