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People | 11.01.2018

Vom Leben gelernt: Unstillbare Neugier aufs Leben

Jeden Monat besuchen wir Menschen aus Tirol, die schon viel erlebt haben, und schreiben ihre schönsten Geschichten von damals auf.

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Josef Steinbacher mit seiner Familie um 1980 (Foto: Privat)

Die Schule hat Josef Steinbacher, der 1938 in Kundl geboren wurde, schon immer großen Spaß gemacht. Gern erinnert er sich an die Volksschule in Kundl mit der netten Lehrerin, der Schiefertafel und dem Griffel. Weil er Klassenbester war, regte die Mutter an, dass er nach dem Abschluss in die Handelsschule in Schwaz ging. 1954 schulte er dort mit Wehmut aus: „So gern hätte ich noch die Matura gemacht, aber das konnten sich meine Eltern nicht leisten“, erzählt der heute 79-Jährige.

Einstieg ins Berufsleben. Nach Abschluss der Schule begann der junge Mann bei Montana Bau, der damals größten Baufirma in Innsbruck, in der Buchhaltung zu arbeiten. Für den 16-Jährigen ein Traumjob. Doch seine Gesundheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung, die tägliche Fahrt von Innsbruck nach Kundl und die 48-Stunden-Woche waren zu viel für Steinbacher. So wechselte er nach Kundl und begann nur wenig später bei der Biochemie Kundl. Steinbacher absolvierte die Bilanzbuchhalterprüfung und bekam die Chance, mit einer deutschen Unternehmensberatungskanzlei zusammenzuarbeiten. „Eine aufregende und interessante Zeit – dort habe ich Dinge gelernt, die ich mir mein Leben lang nicht erträumt hätte“, erinnert sich der heute 79-Jährige. Später wurde ihm angeboten, die Logistik der Biochemie zu übernehmen. Steinbacher sagte zu und wusste, dass da eine Pionierarbeit auf ihn zukam. Mit einem Hochschullehrgang an der ETH Zürich erwarb er das richtige Rüstzeug. Später wechselte er als Leiter der Betriebswirtschaft zu Kneissl und nahm weitere Führungspositionen an. Auch wenn ihm der Abschied schwer fiel, war die Neugier auf das Neue größer. 1980 erwarb Steinbacher mit seiner Frau eine Emailliererei und ließ sich auch von einem Konkurs 1997 nicht entmutigen. Er startete neu durch und ging erst mit 75 in den Ruhestand.

Die große Liebe. Seine Frau kannte Steinbacher schon immer. Gefunkt hat es 1957 bei einem Abendessen mit dem Kirchenchor. Christine saß neben einem der größten Bauern der Ortes, der ihr unmissverständlich klar machte, dass er sie begleiten wolle, doch das war keineswegs in ihrem Sinn und so sagte sie zu Josef: „Du gehst heut eh mit mir, oder?“ Seitdem waren die beiden unzertrennlich und heirateten 1960. Zusammen bekamen die beiden vier Kinder und haben mittlerweile elf Enkel und drei Urenkel. Auch heute sind sie noch genau so gern zusammen wie früher. „Mit meiner Ehe hatte ich ausgesprochenes Glück. Ich glaube, das ist sogar der Kern meiner Geschichte“.

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Josef Steinbacher heute

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