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Lifestyle | 06.07.2017

Wenn Nachhilfe Schule macht

Rund 13.000 der 85.000 Tiroler Schüler erhielten laut Arbeiterkammer im laufenden Schuljahr oder in den letzten Sommerferien externe Nachhilfe. 42 Prozent der Eltern wandten sich an Nachhilfeinstitute, 35 Prozent an Lehrer und der Rest an Studenten.

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Nachhilfe kann auch Spaß machen! (Foto: Shutterstock)

Der Druck steigt. Laut einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer nahmen im laufenden Schuljahr oder in den vergangenen Sommerferien rund 15 Prozent der Tiroler Schüler Nachhilfeangebote in Anspruch. Dieser zusätzliche Unterricht kostete die Eltern insgesamt 6,4 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Schulkind beliefen sich für die betroffene Familie im Schnitt auf 680 Euro. Nach wie vor lernen Eltern auch daheim mit ihren Kindern. In 86 Prozent der Fälle übernimmt die Mutter diese Aufgabe. Bei mehr als jedem dritten Schulkind fühlen sich die Eltern jedoch fachlich überfordert. Die Nachhilfe daheim bedeutet oftmals zusätzlichen Stress. Drei von zehn Eltern leiden unter Stress, der dadurch in der Familie entsteht. Am meisten Nachhilfebedarf haben die Tiroler Schüler – wie in ganz Österreich – in den Fächern Mathematik (sechs von zehn Schülern), einer Fremsprache (vier von zehn Schülern) oder Deutsch (ein Viertel der Schüler). Die Hälfte der Schüler erhielt Nachhilfe regelmäßig während des Schuljahres, vier von zehn nahmen sie ganz gezielt vor Schularbeiten, Prüfungen oder Tests in Anspruch. Für 44 Prozent der Schüler war das Ziel, mit der Nachhilfe die Note zu verbessern. Ein Drittel erhielt Lernunterstützung, um eine Nachprüfung oder eine negative Note im Zeugnis zu verhindern.


Wissenslücken schließen. Grundsätzlich ist Lernunterstützung laut Experten in erster Linie sinnvoll, wenn Wissenslücken geschlossen werden sollen. An mangelnder Motivation kann häufig auch der beste Nachhilfelehrer nichts ändern. Eltern sollten also hinterfragen, woran die schlechten Noten des Nachwuchses liegen könnten. Dabei ist es durchaus sinnvoll, das Gespräch mit dem jeweiligen Lehrer zu suchen – er kann eine Einschätzung darüber abgeben, ob das Kind wirklich Nachhilfe braucht oder ob beispielsweise die Schulform eine ungeeignete ist

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Foto: Shutterstock

Worauf achten? Ist die Entscheidung, Lernunterstützung in Anspruch zu nehmen, gefallen, gilt es noch einiges zu beachten. Bei der Auswahl des richtigen Nachhilfelehrers beziehungsweise der richtigen Nachhilfeschule sollten Eltern auf jeden Fall Sorgfalt walten lassen. Eltern sollten am besten verschiedene Institute miteinander vergleichen und sich vor Ort ein Bild machen. Es empfiehlt sich auch, eine kostenlose Probestunde zu vereinbaren. Ein Institut sollte klar machen können, welche Lehrmethoden es anwendet. Auch wenn es keine vorgeschriebene Ausbildung gibt, sollte der Nachhilfelehrer über pädagogische Erfahrung verfügen und diese auch nachweisen können. Die Chemie zwischen Kind und Nachhilfelehrer muss auf jeden Fall stimmen. Ohne Vertrauen und entspannte Atmosphäre ist erfolgreiches Lernen kaum möglich.


Kleine Gruppen. Bei Lerngruppen gilt es laut Experten außerdem darauf zu achten, dass die Gruppe nicht zu groß (maximal zehn Schüler) und homogen ist. Das Unterrichten verschiedener Altersstufen, unterschiedlicher Schularten oder Fächer innerhalb einer Gruppe macht nur wenig  Sinn. Die Räumlichkeiten sollten darüber hinaus hell und freundlich gestaltet sowie für das Lernen angemessen eingerichtet sein. Verträge sollten vor der Unterschrift zu Hause in Ruhe geprüft werden. Wichtig sind kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen sowie Probezeiten. Und auch wenn es im ersten Moment verführerisch klingt: Unrealistische und pauschale Erfolgsversprechen sind oft ein Indiz für mangelnde Seriosität.    

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