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Lifestyle | 14.04.2015

Von der Matte in die eigene Mitte

Ein voller Terminkalender, ein hektischer Alltag mit Familie und Haushalt – das soziale Leben im Außen will gelebt werden, ebenso wie der spirituelle Weg nach innen.

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(© Shutterstock)

Körper und Seele brauchen die perfekte Balance, um die Power für die täglichen Herausforderungen zu bekommen.  Der erste Schritt zur Entspannung und letztendlich zur Selbsterkenntnis führt über die Yogapraxis.  Die indische philosophische Lehre umfasst  eine Reihe von geistigen und körperlichen Übungen, die auch die Konzentration auf wohltuende Weise fördern. Um mehr über die Wirkung des Yoga zu erfahren, bitten wir eine Expertin auf diesem Gebiet zum Interview. Michaela Waibel  ist Inhaberin eines Studios in Innsbruck, Yogalehrer-Ausbildnerin und Sportwissenschaftlerin.

Michaela Waibel im Interview

Für Frauen, die im Job ihren Mann stehen müssen, ist ein seelischer Ausgleich besonders  wichtig. Wie  kann Yoga dabei unterstützend wirken?

Michaela Waibel: Frau zu sein heißt heutzutage vielfach, die Fähigkeit des Multitasking zu beherrschen.  Partnerschaft, Muttersein, Haushalt und ein fordernder Job – das bedeutet, viel Verantwortung zu tragen und gleichzeitig das Gleichgewicht im Beruf und im Privatleben aufrechtzuerhalten.

Zuhause sorgt die Businessfrau dafür, dass die Kinder, der Partner, der Haushalt, der Garten, die Nachbarn, Eltern und Freunde genügend Aufmerksamkeit erhalten und die Kommunikation  in jeder Beziehung  funktioniert. Dafür braucht es Achtsamkeit bzw. Bewusstsein. Zuerst gilt es also, sich der verschiedenen Bedürfnisse anderer bewusst zu werden und dann, im zweiten Schritt, zu wissen, wie die Bedürfnisse gestillt werden können. Den anderen wahrnehmen – zu Hause, im Job und bei Freunden für Harmonie zu sorgen, braucht Energie.  Je mehr Verantwortung eine Frau trägt, umso mehr Energie braucht sie, um den Menschen in ihrem Umfeld, sich selbst und auch sonstigen Anforderungen gerecht zu werden. Genau aus diesen Gründen sollte sie genau auf ihren eigenen Energiehaushalt achten. Die Yogapraxis ist eine ganzheitliche  Form der Auseinandersetzung eines Menschen mit sich selbst. Das heißt: der Körper, die Gedanken und die Gefühlswelt finden Beachtung. Durch die Yogastellungen wird der Körper geöffnet, ausgerichtet, kraftvoller gemacht und Blockaden gelöst. Unterm Strich wird der Körper dadurch gesünder, flexibler  und fitter. Durch die yogische Atemschule wird die Konzentrationsfähigkeit deutlich angehoben. In den Yogastellungen werden wir mit  äußeren (körperlichen) und inneren (mental-emotionalen) Spannungen konfrontiert. Lange in einer Haltung zu verweilen und die Geduld zu erlernen, innere und äußere Spannungen aufzulösen, bringt Selbsterfahrung und Selbstbewusstsein auf hohem Niveau. Für eine Businessfrau, die tagtäglich Höchstleistungen erbringt,  ist es eine wertvolle Strategie, ihre Grenzen zu kennen und sie manchmal sogar zu erweitern.

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(©Die Fotografen) Yoga-Expertin Michaela Waibel im Interview

Der Unterschied für Businessfrauen, wenn sie Yoga machen und wenn nicht?

Michaela Waibel: Es gibt viele  Frauen, die von ihrem Beruf begeistert und mit Leidenschaft bei der Sache sind. Sie geben sich der Arbeit ganz hin. Anerkennung, Status und die Übertragung von noch mehr Verantwortung sind die Folge. Wenn die Frau sich in diesem Prozess ihrer selbst nicht bewusst bleibt (und das heißt, Job, Familie sowie die eigene Muße und Gesundheit im Auge zu behalten), verschiebt sich die Konzentration auf den Beruf.  Die Gefahr dabei ist,  dass sie sich ganz im Job verliert.  Nicht selten wird in der Familie der Vorwurf laut, der Beruf stehe über allem. Der Teufelskreis beginnt. Zur latenten Überbelastung gesellt sich auch noch ein schlechtes Gewissen. Der Körper beginnt in Form von Schmerzen und Ermüdungserscheinungen zu rebellieren. In der Yogapraxis wird sowohl der Körper als auch die Gefühlswelt regelmäßig neu ausgerichtet.  Dadurch erfährt der Mensch sofort einen besseren Energie-fluss, „frau“ nimmt sich selber wieder besser wahr und bemerkt Ungleichgewicht sowie eigene Blockaden. Kurzum: „frau“ wird durch diese Praxis so präsent, dass sie wieder erkennt, was in ihrem Leben elementar und was nur wichtig ist.

Familie und  Karriere  fordern viele Frauen mehr denn je.  Kann Yoga nachhaltig als Kraftquelle gesehen werden?

Michaela Waibel: Yoga ist eine hervorragende Kraftquelle. Wir lernen ein Selbstmanagement auf hohem Niveau. Nur wer sich selbst erlebt, nur wer mit sich selbst eine Langzeitbeziehung eingeht, lernt sich tatsächlich kennen. Businessfrauen brauchen ein gesundes Selbstmanagement, das qualitative Zeit beinhaltet. Oder anders ausgedrückt: Businessfrauen müssen sich Termine für sich selbst geben. Das Umfeld nimmt die nachhaltige Wirkung des Yoga durch die Stimmungsveränderung der Frauen wahr. Und diese Zufriedenheit wird auch von den Lebensgefährten zur Kenntnis genommen, die es mit folgenden Sätzen zum Ausdruck bringen: „Schatz, bitte mach' Yoga. Du kommst immer so sanft nach Hause!“

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(©Die Fotografen)

Wie oft sollte man Yoga praktizieren, um einen spürbaren Erfolg zu erzielen?

Michaela Waibel: Der Einstieg muss so sein, dass er machbar ist, d.h. wenn die zeitlichen Ressourcen gering sind, ist einmal besser als keinmal. Durch die sanfte Anpassung kann das der Startschuss dafür sein, Yoga irgendwann sogar täglich in sein Leben zu integrieren.

Bringen die Übungen auch die Figur in Form?

Michaela Waibel: Unbedingt! Yoga ist nicht nur Dehnung, sondern erhöht auch in vielen Bereichen das Kraftniveau der Beine, der Arme und des Rückens.  Selbst spezielle Bauchübungen gibt es als Yogahaltungen; d.h. wenn nicht nur die Atemschule und die Meditation, sondern auch die Körperstellungen beständiger Teil der regelmäßigen Praxis sind, formt die Yogapraxis den weiblichen Körper auf eindrucksvolle Weise. Arme und Beine werden definiert, der Körper wird entschlackt.

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