Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 29.06.2017

Angekommen im Garten Eden

Verena Petzer hat sich mit ihrem Garten einen Traum verwirklicht. Auf „Clamb Moss“ hat die Landschaftsarchitektin ein ganzheitliches Gartenkonzept realisiert, das ihr das ganze Jahr einen Ruhepol und persönliches Paradies schenkt.

Bild 000_9688.jpg
© Verena Petzer

Ein Garten ist ein Garten ist ein Garten. Eben nicht! Das weiß Landschaftsarchitektin Verena Petzer genau, denn für jeden bedeutet der Garten etwas ganz Anderes. Für sie selbst ist jeder Garten, den sie realisiert, etwas ganz Besonderes und geht weit über eine lose Ansammlung von Blumen und Bäumen hinaus. Gerade im Gespräch mit der Landschaftsarchitektin erkennt man sofort: Garten kann auch Kunst oder Design sein, genauso wie Emotion und Expression. All dies vereint Verena Petzer in ihrem Zuhause „Clamb Moss“, einem Garten, der kürzlich von einer internationalen Jury zu den besten Privatgärten 2017 gewählt wurde. Eine Auszeichnung, die diesem Garten Eden in jedem Fall zusteht.

Historisch gesehen. Die Bezeichnung „Clamb Moss“ existiert bereits seit 1673. Das zeigen Aufzeichnungen aus dem Tiroler Landesarchiv, in dem Verena Petzer zu ihrem Zuhause forschte. Es hat sie nämlich schon immer interessiert, was diesen Ort so besonders macht. Seit 2005 lebt sie mit ihrer Familie hier in Hopfgarten. Seit dem Einzug hat sich allerdings einiges verändert. „Ich habe das Haus selbst geplant, so konnte ich unsere Ansprüche umsetzen. Mein Mann wünschte sich nach einiger Zeit auch zu Hause einen so besonderen Garten, wie ich ihn für meine Kunden plane. Damit war eine große Herausforderung geboren, die ich mit eigenen Händen am Schopf packte“, erzählt Petzer. Dafür musste sie sich zuerst mit dem Ort auseinandersetzen: „Leider vernachlässigt die Architektur oft den Ort und seine Merkmale, dabei muss ein gutes Bauvorhaben genau diese Qualitäten herausstreichen“, meint Petzer. In Eigenarbeit machte sie sich an die Gartensanierung, besonderes Augenmerk lag dabei auf dem umliegenden Grün bis zu den Grundstücksgrenzen. „Viele haben nach dem Hausbau keine Nerven mehr für den Garten. Dann realisiert man den perfekten Garten später, wenn man nicht mehr nur im Haus wohnen, sondern auch im Garten leben will. Leben mit und in der Natur“, meint Petzer. Die individuelle Anpassung sei außerdem genau der springende Punkt, um den es in einem guten Garten gehe, erklärt die Landschaftsarchitektin. Der Garten müsse auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Das manifestiert sich sowohl im Makrokosmos der Gesamtplanung als auch im Mikrokosmos der darin vorkommenden Pflanzen. Das Gesamtkonzept macht das Kunstwerk aus, das die Nutznießer des Gartens erst zufriedenstellen werde. „Manchmal fühle ich mich schon wie eine Alchimistin des Gartens, ich beschäftige mich etwa mit bestimmten Schwingungen, also der Harmonie, die ein guter Garten aussendet, oder mit der Energie unterschiedlicher Pflanzen, die auf den Besitzer des Gartens wirken. Das verstehen viele Menschen nicht. Aber im Grunde ist ein Garten wie ein Bild: Du siehst nur das, was du auch weißt. Ich habe mich deshalb intensiv mit den unterschiedlichsten Themen auseinandergesetzt“, erzählt die gebürtige Wörglerin.

Ganzheitlich. So gesehen wirkt gutes Gartendesign also in unterschiedliche Bereiche hinein. „Ein guter Garten muss etwa alle vier Elemente nach Aristoteles enthalten. Feuer steht für Licht und Sonne, die Energie spendet, Luft bedeutet Offenheit und gibt Raum für Gedanken, Wasser harmonisiert die emotionale Welt und reinigt, Erde harmonisiert auf materieller Ebene und bringt Ideen in Schwung. Ein Garten muss nach diesen grundlegenden Begriffen gestaltet werden, einfach und wirkungsvoll“, führt die Landschaftsarchitektin aus. Im Grunde tragen all diese Konzepte lediglich dazu bei, dass ein Garten so etwas wie Heimatgefühl erzeugt. „Wenn ich das schaffe, dann ist ein gutes Projekt entstanden.“

Bild DSC_5759.jpg
© Martin Vandory

Liebe zum Detail. Dass Verena Petzer auch in ihrem Zuhause in gutes Projekt gelang, das zeigen auch die vielen kleinen Details, welche die Natur würdigen. Die leidenschaftliche Unterländerin legte überall mit Hand an, positionierte Kunstwerke wie Steinskulpturen und alte Kacheln für den modernen Ofen, historische Luster für innen und außen sowie persönliche  Erinnerungsstücke oder verwendete ausgewähltes Altholz für Funktionsflächen und Möbel. „All diese Materialien haben eine Geschichte und geben dem Zuhause Charakter“, meint Petzer. Rein stilistisch mag sie es konkret und unkompliziert, an erster Stelle steht im Haus wie im Garten die Funktionalität.

Gartenheimat. Nach der Prämisse „Form folgt Funktion“ wurden sowohl Garten als auch Haus geplant. Verena Petzer genießt einen großen Garten, das ist aber für eine gelungene Planung nicht wesentlich. Jeder könne aus seinem Garten oder auch aus seiner Terrasse etwas machen, weiß die Landschaftsarchitektin: „Ein guter Außenraum muss drei wichtige Komponenten erfüllen: Er muss ganzjährig genossen werden können, nicht nur saisonal. Dafür verwende ich viele immergrüne Pflanzen, die auch im Winter das Auge erfreuen. Zweitens muss ein Garten so einfach in der Erhaltung und Pflege sein, dass er von jedem Gartenbesitzer ohne fremde Hilfe selbst gepflegt werden kann. Das gelingt mit der richtigen Auswahl von Materialien und Pflanzen. Und schließlich muss man es schaffen, dass der Garten so gestaltet ist, dass er dem Besitzer Geborgenheit gibt, ein Gefühl der Heimat.“ Für sie hat sich dieses Gefühl der Harmonie in ihrem Garten vollkommen eingestellt. Sie ist angekommen angekommen in ihrem Garten Eden.

Hier wird Garten zur Heimat:
Bild 000_9713.JPG
© Verena Petzer
Bild DSC_5667.jpg
© Martin Vandory
Bild L1002826.JPG
© Verena Petzer
Bild DSC_5700.jpg
© Martin Vandory
Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus