Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 17.09.2017

Effizienz im Kleinformat

Familie Ettlmayr hatte den Traum vom eigenen Heim. Architekt Andreas Mikula hat ihnen ein schlichtes Zuhause verschafft, das Funktionalität, aber auch familiäre Wärme bereithält.

Bild Home_02.jpg
© Birgit Pichler

Esbegann alles mit einem kleinen Stück Grund, dieser Traum vom eigenen Haus, von den eigenen vier Wänden, den Christoph und Edith Ettlmayr sich vor einigen Jahren in Aldrans erfüllten. Hier nennen sie nun ein Haus ihr Eigen, das die Devise „Klein, aber oho“ auf ganz besondere Weise erfüllt. Denn auf dem Stück Grund, auf dem eigentlich zuvor lediglich eine Garage Platz fand, prangt heute ein schlichter Holzbau, der dank architektonischer Effizienz und schlichter Modernität zum perfekten Zuhause für die kleine Familie wurde. Aus dem Projekt Eigenheim entstand außerdem eine Freundschaft mit dem Architekten Andreas Mikula, der die Bedürfnisse der Familie perfekt in bauliche Realität umsetzte.

Vorgeschichte. Der Unternehmensberater und die Officemanagerin der Internationalen Gesellschaft der Mayr-Ärzte und angehende Gastrosophin leben seit nunmehr 2011 in ihrem heutigen Zuhause, zusammen mit ihren beiden Söhnen und der Katze Isi. Auf der kleinen Parzelle war bereits ein Haus in Planung. Da es mit den ersten Bauherren jedoch Probleme gab, übernahm die junge Familie das im Beginn stehende Projekt und arbeitete mit Architekt Andreas Mikula eng zusammen. Rund ein Jahr Planung beanspruchte das Projekt, dafür war die Bauzeit von Oktober bis Juli sehr kurz gehalten. Der Holzriegelbau, sprich die Außenwände, wurden sogar in nur einem Tag errichtet. „Wir haben uns an diesem Tag im Frühling auf eine Picknickdecke in den Garten gesetzt und haben beobachtet, wie dieser LKW mit Holz ankam, drinnen saß ein Steirischer Fahrer und auch der LKW kam aus Zeltweg, das war für mich als gebürtige Steirerin ein gutes Zeichen“, erzählt die Hausherrin Edith. Innen brauchte der Ausbau dann noch einige Zeit, bei dem sich die Familie auch von Architekt Andreas Mikula in Material und Raumaufteilung beraten ließ. Einen besonderen Anspruch hatte Edith lediglich bei der Küche: „Hier hatte ich besondere Wünsche, ich wollte schon immer eine großzügige Küche und auch eine Kücheninsel“, bekräftigt Edith. „Nur so können die vielen gemeinsamen Essen und Zusammentreffen auch stattfinden.“ Dass die Küche ein zentraler Ort ist, ist bereits beim Eingang klar. Erst beim Durchwandern des Hauses wird den Besuchern bewusst, dass, je höher man steigt, auch die Privatsphäre zunimmt.

Gen Himmel. So findet sich im unteren Stockwerk der einzige Raum, der die gesamte Wohnfläche einnimmt und der architektonisch lediglich durch kleine Eingriffe, etwa für eine Garderobe oder den  Abgang zum Keller beziehungsweise Aufgang zum ersten Stock, abgeteilt ist. Ansonsten bleibt der Raum offen, sowohl nach innen als auch außen. Die großen Glasfronten gegenüber des Eingangs lassen den umliegenden Garten und den Innenraum zusammenfließen.

Bild Home_18.jpg
© Birgit Pichler

Architektonisch interessant gelöst ist die durchgängige Betonkante, die einerseits die Glasfront  links nach unten hin abschließt und andererseits auch als Sitzgelegenheit fungiert. Diese Achse durchbricht die Glasfront zum Garten hin und zieht sich bis ans Ende des Grundstücks, teilt somit den Außenbereich in zwei Ebenen. Der offenen Glasfront gegenüber steht ein massiver Aufgang, der sich in den leichten Treppenaufgang in den ersten Stock schlängelt. Hier öffnet der Architekt die Fassade über eine weitere horizontale Achse, eine schmale Fensterfront, die bereits beim Aufsteigen den Blick auf die Nordkette preisgibt. Steigt man weiter nach oben, so wird dieses Element nochmals aufgegriffen, der vollständige Blick auf umliegende Bergmassive tut sich dann erst, erneut Richtung Garten, auf der Terrasse auf, die sich vom restlichen Raum durch große Glasfronten nicht gänzlich trennen lässt. Ganz oben angelangt, betritt man das privateste Zimmer des Hauses, das Wohnzimmer, das lediglich innerhalb der Familie genutzt wird. „Wenn wir Gäste haben, dann halten wir uns eigentlich meistens im Parterre auf, hier oben kommen wir hin, um uns zu entspannen und Ruhe zu finden“, meint Christoph. So wird der Tag auch abgeschlossen, von unten geht es nach oben. Der Vorteil: Fernsehen wird zur Nebensache und nur mehr selten konsumiert. Das gesellige Leben spielt sich eindeutig unten ab, hier wird gekocht, hier versammelt sich die Familie und der zentrale Tisch wird zum Ort der Kommunikation. In der mittleren Ebene findet jeder seinen eigenen Rückzugsort, die Kinderzimmer reihen sich nebeneinander an das Schlafzimmer der Eltern und das optimal geplante Bad, das mit hellen Akzenten und viel Licht punktet.

Weniger ist mehr. Und mehr Räume hat das Haus auch nicht zu bieten. „Wir brauchen auch nicht noch mehr Fläche. Es ist absolut ausreichend für uns, weil der gesamte Platz absolut effizient genutzt wird“, verrät Hausherr Christoph. Und daraus ergibt sich auch das gute Gefühl, das sich im Haus breit macht. Jedes Element scheint durchdacht und auf die Ansprüche der Famlie angepasst. „Dieses Gefühl der eigenen vier Wände ist schon etwas sehr besonderes. Ich habe immer in einer Wohnung gewohnt, aber meine Frau hatte diesen Traum eines Eigenheims seit ihrer Kindheit, jetzt kann ich diese Empfindung auch verstehen“, erklärt Christoph.

Simple Eleganz. Das Prinzip des „Weniger ist mehr“ hält die Familie übrigens auch in puncto Einrichtung ein. „Diese schlichte Eleganz war uns beim Bau und auch in der Einrichtung wichtig, weil sie Erholung fürs Auge bedeutet“, beschreibt Christoph ihren Wohnstil. Es finden sich einige wenige nüchtern gehaltene Möbelstücke, die mit dem modernen Stil der Architektur einhergehen. So etwa der zentrale Tisch im Küchenbereich oder die schlicht gehaltene Kücheninsel. Aufgelockert wird der nüchterne Stil mit einigen Stücken, die Geschichten erzählen, etwa eine alte Kommode, die noch aus dem Elternhaus von Christoph stammt und die Familie bereits auf allen Stationen ihres Lebens begleitet hat. Simpel ist auch die Auswahl der Materialien, die Architekt Andreas Mikula für dieses Projekt ausgewählt hat. „Ich baue gerne mit natürlichen Materialien wie Holz. Dieser Trend zeigt sich in der Architektur gerade überall. Ich selbst gestalte den Sockel eines Baus gerne massiv und arbeite darüber mit diesen leichten Materialien.
Mit heimischen Materialien und schlichten Formen lässt sich natürlich auch perfekt auf die Umgebung eingehen, ein wichtiges Anliegen auch für dieses Projekt“, so der Architekt. Mit viel Engagement entstand somit das simpel elegante Haus, das Effizienz und Funktionalität bereithält, aber auch  ein ganz simpel warmes Zuhause für eine kleine Familie darstellt.

Weitere Impressionen aus der Wohlfühloase:
Bild Home_04.jpg
Auch auf wenig Quadratmetern findet ein Garten mit Hochbeeten Platz.
Bild Home_05.jpg
Der Treppenaufgang wurde bewusst offen und leicht gestaltet.
Bild Home_06.jpg
Die Kinderzimmer leuchten in Knallfarben.
Bild Home_09.jpg
Das Bad hingegen überzeugt mit Eleganz und Helligkeit.
Bild Home_10.jpg
Der letzte Stock bietet viel Platz für Privates ...
Bild Home_12.jpg
... und einen Ausblick nach draußen ...
Bild Home_13.jpg
... auf das umliegende Bergpanorama ...
Bild Home_21.jpg
In der Küche votierte Ehefrau Edith für einen großzügige Kücheninsel mit viel Platz zum Experimentieren.
Bild Home_19.jpg
Bei Einrichtungsfragen werden Tradition und Moderne vermischt.
Bild Home_20.jpg
Bei Familie Ettlmayr wird alles selbstgemacht.
Bild Home_16.jpg
Familie Ettlmayr mit Architekt und Freund Andreas Mikula (links)
Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus