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Lifestyle | 08.08.2017

Summertime Madness

Der Beziehungsstatus von Barbara und ihrer Bikinifigur: Es ist kompliziert.

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© Shutterstock

Wann wird denn endlich richtig Winter? Ich vermisse den Winter. Und das nicht nur, weil das fleißig angehäufte Gewand in meinem Kasten schmählich vor sich hin rottet und ich, wenn es ganz leise ist, den Herbstmantel leise schluchzen höre. Nein, die Hitze und auch das sommerliche Das-Leben-ist-so-sonnig-Gefühl nervt massiv. Ich wünsche mir die Winterdepression herbei. Auch schon, weil man damit die leidige Bikinifigur wieder für ein paar Monate zu Grabe trägt.

Frage des Jahres. Denn mit der Bikinifigur kann ich nur jedes Jahr aufs Neue hadern. Ich komme nicht umhin zu fragen: Wo kommt die her? Und wer genau hats erfunden? Ich persönlich habe meine Bikinifigur immer als Prinzickchen kennengelernt, die lieber rebelliert, als sich fügt. Alljährlich treffe ich sie im Frühjahr vor dem Spiegel zum Interview:

Ich: Na, wie fühlen Sie sich dieses Jahr?

Sie: Pah. Auf diese schlechte W-Frage bekommen Sie meine alljährliche W-Antwort: weiß und wabbelig. Darauf eine Kugel Eis!

Ich: Oh, wie schade. Na ja, immerhin ist noch einige Zeit hin bis zu Ihrem Comeback ...

Sie: Keine Lust darauf. Mach mir heuer den Sommer selbst, weil meine Haut heller strahlt als die Sonne selbst. Noble Blässe nennt sich das. Hauptsache es gibt zwei Kugeln Eis.

Ich: Und wie reagieren Sie dann auf belächelnde Blicke anderer, durchtrainierter Bikinifiguren?

Sie: Mit kalten Blicken. Und noch kälteren drei Kugeln Eis. Das sind sowieso alles Zicken. Kann ich nicht ausstehen.

Ich: Keine Lust auf Sport, um auch so zu werden?

Sie: Nur wenn Eisessen jetzt olympisch wird. Dann will ich vier Kugeln Eis. Und mich dann liegend vom Eisessen erholen.

Ich: Na ja, wir sehen uns also erst nächstes Jahr wieder?

Sie: Wenn es dafür etwa fünf Kugeln Eis gibt. Eher nein.

Ich: Aha, Sie planen also gar kein Comeback mehr?

Sie: Bei jedem Interview die gleiche Frage und meine gleiche Antwort: Sie, ich und sechs Kugeln Eis haben beschlossen, ich komme gar nicht wieder.

Überraschung! Das Interview geht jedes Jahr gleich aus. Am besten im Frühling gleich wieder begraben, diese Idee der Bikinifigur. Stattdessen: Sonne genießen, noble Blässe leuchten lassen und Cellulite stilvoll weiterzüchten. Und Eiscreme gegen Körperoptimierung! Denn die Bikinifigur ist im Grunde nur die Sorte Frau, die nichts kann und dafür zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Die Kim Kardashian unter den Körperfiguren sozusagen. Das wirkliche Problem ist also, dass wir uns über die Bikinifigur viel zu viel unterhalten und im Gegensatz dazu das männliche Pendant der Badehosenfigur massiv vernachlässigen. Ja, liebe Männer, ihr seid dran. Packt eure Cellulite-Witze ein, wir schlagen zurück. Keine Gnade mehr, wir halten uns dabei an Arnold Schwarzenegger: Wenn es wackelt, ist es Fett. Also, macht euch krass! Dann können sich die Badehosenfiguren gegenseitig belächeln und die Bikinifiguren habe ihre Ruhe. Aber aufpassen: Auch die Badehosenfigur wird schon im Frühling gemacht. Also am besten mal eure Figur vor dem Spiegel dahingehend interviewen. Aber für heuer ist es eh schon zu spät, auch für euch Männer. Winter is coming!

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