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Lifestyle | 23.08.2017

Chasing Heights

Drei, zwei, eins: freier Fall! Du wolltest schon immer wissen, wie es sich anfühlt, schwerelos durch die Luft zu fliegen? Wir haben uns bei unserer dritten TIROLERIN-Challenge in schwindlige Höhen gewagt und sind für dich aus dem Flugzeug gesprungen.

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(© Bestskydive)

Okay, jetzt stellst du einfach ein Bein auf die Ablage vor dir. Das zweite lässt du in der Luft hängen.“ Freddy Hofmayer, mehrfacher Weltmeister in Disziplinen wie Skysurfen und Höhentandem, sitzt hinter mir und öffnet die Tür des Flugzeugs. Ich atme tief durch. Puh, ziemlich hoch. Bis vor ein paar Sekunden fühlte ich mich noch völlig entspannt. Jetzt sieht die Sache plötzlich vollkommen anders aus. Es ist soweit. Ab jetzt geht es nur mehr nach unten. Seit 20 Minuten sind wir schon in der Luft. Ein Alpenrundflug rund um den Wilden Kaiser, mit dem atemberaubenden Panorama des Tiroler Unterlandes und Sicht bis zum Chiemsee war Teil meines Abenteuers Fallschirmsprung. 20 Minuten, die mir im Augenblick wie Sekunden vorkommen. Mein Skydive-Guide zieht noch einmal die Leinen meines Sicherheitsgurtes fest. Ich fühle, wie mein Herz nach und nach anfängt, schneller zu schlagen.

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Wir sind startklar! (© Bestskydive)

First up, then down. Das war’s dann mit der Gelassenheit! Vorsichtig hebe ich das erste Bein aus dem Flieger. oh Gott! Ich hätte meine Schuhe fester schnüren sollen. Ich kneife die Zehen zusammen, um meinen Sneakers besseren Halt zu geben. Was ist, wenn ich die verliere? Ich atme kurz durch und bewege auch den zweiten Fuß ins Freie, raus aus der sicheren Zone des Flugzeuges. Freddy gibt mir ein paar letzte Anweisungen. „Wie wir es besprochen haben. Hände auf den Gurt, sobald wir springen, hebst du die Beine nach hinten und machst ein Hohlkreuz.“ Okay, Beine nach hinten, Hohlkreuz, verstanden. Im selben Augenblick, in dem ich den Ablauf in Gedanken wiederhole, spüre ich, wie Freddy, mich an sich geschnallt, einen Satz nach vorne macht. Ich falle. Wir fallen. Mein Mund ist weit geöffnet: Ich schreie. Plötzlich fühle ich Freddys Hand an meinen Beinen. Gerade noch wiederholt, habe ich vollkommen vergessen, sie rücklinks anzuziehen. Meine Gedanken scheinen mit dem Moment des Absprungs stehen geblieben zu sein.

Wir sind weit über dem Boden, befinden uns noch immer im freien Fall. Immer noch steht mein Mund weit offen. Diesmal vor Lachen. In mir spielt sich etwas ab, das ich so noch nie erlebt habe. Ich weiß nicht, was es ist. Das Adrenalin? Die Freiheit? So muss es sich jedenfalls anfühlen, sich am Puls des Lebens zu befinden. „Genieß den Moment! Das ist alles, was zählt. Das ist meine Philosophie“, ruft mir Freddy ins Ohr. Ich verstehe, was er meint. Plötzlich: ein Ruck. Wir verlieren mit einem Stocken unser Tempo. Freddy hat den Schirm geöffnet. Ich kann es nicht fassen. Was war das gerade? Was ist das immer noch? Wir segeln durch die Luft, Freddy lenkt den Schirm in Spiralen immer weiter Richtung Erde. Unglaublich. Das Gefühl, die Emotion, der Anblick Tirols unter mir.

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Im Landeflug. (© Martin Vandory)

In guten Händen. Zu unseren Füßen zeichnet sich der Flugplatz, von dem aus wir gestartet sind, ab. Wie kann man nach so einem Sprung nicht vollkommen die Orientierung verlieren? Ich habe es eindeutig mit einem Profi zu tun. Sanft landen wir im Gras neben der Abflugstelle. Mein Kiefer zieht. Ich bemerke, dass ich seit Minuten ununterbrochen gestrahlt haben muss. Freddy und ich klatschen ein. Ich bin zugegebenermaßen ein wenig stolz auf mich. Mehr aber bin ich von meinem Sprungpartner fasziniert. Seit nunmehr 15 Jahren leitet er gemeinsam mit seiner Frau Despina den Sommer über die Tandemfallschirmstelle in St. Johann, die mittlerweile einzige in Tirol. Den Winter verbringen die beiden mit ihrem gemeinsamen Sohn in Neuseeland, wo Freddy demselben Beruf nachgeht. Über 34 Jahre fliegt er nun bereits. Der Profi kann mit heute damit mehr als 23.000 Sprünge verzeichnen. Unterstützt wird er beim Fliegen von seinem Mitarbeiter Albert, der mit knapp 17.000 Einsätzen fast eben soviel Erfahrung mitbringt.  Es darf einen deshalb nicht wundern, dass sich bereits bekannte Persönlichkeiten wie Vitali und Wladimir Klitschko, Hayden Panettiere oder auch Hans Siegl in die sicheren Hände von Freddy und seinem Team begeben haben.

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Geschafft! (© Bestskydive)
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