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Lifestyle | 30.01.2017

Lasst das Fatshaming sein!

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die wegen ihres Gewichts diskriminiert werden, es viel schwerer haben abzunehmen.

Lasst das Fatshaming sein! (© Cover Media)
Lasst das Fatshaming sein! (© Cover Media)

Wir finden immer Gründe, mit unserem Gewicht unzufrieden zu sein: Am Anfang des Jahres leiden wir noch unter dem kalorienreichen Essen der Weihnachtsfeiertage, im Frühling wird die leichtere Kleidung wieder aus dem Schrank geholt, die hoffentlich noch passt, im Sommer muss die Figur für den Badeanzug stimmen, und Ende des Jahres geht es schon wieder auf Weihnachten zu. Es ist ein Teufelskreis.

Um sich selbst besser zu fühlen, diskriminieren viele Menschen diejenigen, die ein paar Pfunde mehr auf den Rippen haben als sie selbst. Nicht wenige von denen, die beleidigend werden, reden sich später ein, dem Opfer damit noch einen Gefallen getan zu haben, da dieses sich jetzt motiviert fühle abzunehmen. Das ist allerdings grober Unfug, wie eine Studie an der Universität von Pennsylvania bestätigt hat:

Menschen, die Opfer von Fatshaming werden, tun sich wesentlich schwerer damit, Gewicht zu verlieren, als andere, die nicht diskriminiert werden.

Die Forschungsleiterin Dr. Rebecca Pearl erklärte die Zusammenhänge in einem Statement: "Es gibt dieses Missverständnis, dass ein Stigma dabei helfen kann, Menschen zu motivieren, etwa wenn es um das Körpergewicht oder die Gesundheit allgemein geht. Ein Stigma hat nach unseren Ergebnissen allerdings genau den gegenteiligen Effekt. Wenn Menschen aufgrund ihres Gewichts angegriffen werden, werden sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit Sport eher vermeiden und stattdessen mehr Kalorien zu sich nehmen, um mit dem Stress klar zu kommen. In unserer Studie sind wir auf einen Zusammenhang zwischen der Konfrontation mit Kritikern und einer schlechten Stoffwechseldiagnose gestoßen."

Für die Studie wurden insgesamt 159 Menschen untersucht. Vor der eigentlichen Untersuchung mussten diese Fragen über mögliche Depressionen und der Kritik beantworten, derer sie sich ausgesetzt sahen. Anschließend wurden sie einer sorgfältigen medizinischen Untersuchung unterzogen und danach in zwei Gruppen aufgeteilt: Menschen, die Kritik stark verinnerlicht haben, und Menschen, die sich davon kaum betroffen fühlen. Die Gruppe, die Kritik stark ausgesetzt war, hatte ein dreimal höheres Risiko, eine Stoffwechselkrankheit zu entwickeln und ein sechsmal höheres Risiko für besonders hohe Triglycerid-Werte. Die Ergebnisse wurden im Journal 'Obesity' abgedruckt und funktionieren als wichtige Botschaft, sich nicht über Menschen lustig zu machen, die mehr auf den Rippen haben, als man selbst.

© covermg.com

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