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Lifestyle | 22.01.2016

Die Männergrippe gibt's wirklich!

Experten erklären die Männergrippe zu einer tatsächlich existierenden Erkrankung.

Die Männergrippe gibt's wirklich! (© Cover Media)
Die Männergrippe gibt's wirklich! (© Cover Media)

Man kennt das ja: Da schnieft Mann zweimal in drei Stunden und hustet einmal in drei Tagen und schwupps, sieht sich der werte Herr in Lebensgefahr. Ein klarer Fall von Männergrippe und etwas, was eine Frau höchstens als leichte Erkältung einstufen würde. Allerdings: Experten behaupten nun, dass der Grippevirus für Männer tatsächlich schlimmer als für Frauen sei.

Ein Team der Johns Hopkins University fand heraus, dass die Tatsache, dass Frauen das Geschlechtshormon Östrogen besitzen bedeutet, dass ihre Körper mit dem Influenza-Virus (umgangssprachlich der Grippe) besser umgehen können als Männer.

Östrogen hat offenbar einen antiviralen Effekt für Frauen, was sie vor den aggressiveren Symptomen des Virus' schützt. Der Mangel an dem Hormon sorgt im Gegenzug bei Männern dafür, dass sie von der Krankheit härter betroffen sind.

"Wir sehen in den Ergebnissen medizinisches Potential dafür, dass der therapeutische Einsatz von Östrogen wie bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit und den Symptomen der Menopause möglicherweise auch bei der Behandlung von Grippe vorteilhaft wäre", erklärte Dr. Sabra Klein, die die Studie anführte.

Für ihre Untersuchung betrachteten die Wissenschaftler genauer, wie die Viren den Körper treffen - sie treten in bestimmten Zellen ein und vervielfältigen sich anschließend. Wenn sie erstmal von der ersten Zelle freigesetzt werden, breiten sie sich in Windeseile im Körper aus und können auf andere Menschen überspringen.

Die Forscher konzentrierten sich auf nasale Zellen - häufig der erste Ort, an dem sich der Grippe-Virus ansiedelt - und untersuchten, welchen Einfluss das Hormon Östrogen auf die Fähigkeit der Viren hat, sich zu replizieren.

Dazu verwendeten sie Zellen von männlichen und weiblichen Spendern und setzten diese sowohl dem Virus als auch Östrogen aus, dem synthetischen Östrogen Bisphenol A und selektiven Estrogenrezeptormodulatoren (SERM), das sind Arzneistoffe, die in der Hormontherapie Verwendung finden.

Man fand heraus, dass das Östrogen und die synthetisch hergestellten Stoffe die Vervielfältigung des Grippevirus' verhinderten - allerdings nur in den weiblichen Zellen, nicht in den männlichen.

Die Ergebnisse wurden im 'American Journal of Physiology - Lung Cellular and Molecular Physiology' veröffentlicht.

© covermg.com

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