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Lifestyle | 13.02.2018

Von Blind Dates und anderen Naturkatastrophen

Barbara freut sich auf den Valentinstag, den sie beschenkt sich am liebsten selbst.

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Bild: Shutterstock

Der Valentinstag naht. Ein Tag, der nicht nur Singles stört, sondern eigentlich fast alle. Sogar die im Blumenladen. Denn an keinem Tag wird Liebe so überstrapaziert, ja bis zur Unkenntlichkeit  zerkaut, verdaut, hochgewürgt und nochmal verschluckt wie am 14. Februar.

Love is in the air. Dabei wollen die im Blumenladen ja eigentlich auch nur diesem großartigen Gefühl Tribut zollen, diesem Thema Nummer 1 aller lyrischen Ergüsse, schmalzigen Boyband-Lieder und Glückskeks-Sprüche. Dabei ist Liebe gar nicht so leicht: Im Alltag verschiebt sich das Thema Liebe in der heutigen Zeit und besonders aus Single-Sicht schon erst mal auf die große Hürde Kennenlernen. Für all jene, die vom Links-/Rechtswischen eine chronische Sehnenscheidenentzündung davongetragen haben, wird’s jetzt hart: Denn Kennenlernen ist wie Sport. Man muss das Haus verlassen, alles andere ist nur Heimspiel mit (im Idealfall) Eigentor. Ein Doppel findet sich nur auf dem Sandplatz der Liebe: allen voran dem Freundes- und Bekanntenkreis. Denn Statistiken belegen, heiratsfähiges Material findet sich am einfachsten im direkten Freundesumfeld. Im Gegensatz zu Familie können diese wenigstens frei gewählt werden, also man bedenke – jeder hat sich die eine gute Freundin mit fraglicher Menschenkenntnis, die sich ob des tristen Singleseins erbarmt und einem jeden „der ist so nett“-Typen als absoluten Traummann verkauft, selbst ausgesucht. Also lerne damit umzugehen und ertrage die „zufällig“ organisierten Treffen mit Würde und einem guten Schuss Selbstironie.

Die Faulen bestraft das Leben. Schließlich wartet auf der langen Liste der Kennenlernmöglichkeiten auf Platz 2 immerhin schlechthin der wilde Dschungel, sprich die unberechenbare Ausgehmeile, die meist höchstens Alkohol sei Dank erträglich wird. Im Grunde geht es beim Ausgeh-Kennenlernen um ein umgekehrtes Blind-Date (Kennenlernen über Internet steht übrigens in unserer Liste weit hinten an): Zuerst sehen – sprechen – schlimme Persönlichkeit erahnen - sich im Club vor dem anderen verstecken. Alles in allem wenig aufschlussreich, trotzdem hohe Erfolgschancen. Wehe dem, der – erneut Alkohol sei Dank – die Blind-Dates-Theorie umkehrt und im Club beginnt Gesichter hin- und herzuwischen.

Von Gewaltandrohungen sind auch bei Platz 3 der besten Kennenlernorte (Job) und 4 (Nachbarschaft) eher abzuraten, wenn Arbeit und/oder Heim weiter genutzt werden sollen. Darauf folgt Nummer 5 (Gemeinsame Hobbies) und 6 (Urlaub). Hier haben Liebesdürstige, deren Hobby schlafen und am Strand mit einem guten Buch die Zeit für sich alleine genießen, einen entscheidenden Nachteil, außer intensives Schlafen und kräfteraubendes Lesen in der Öffentlichkeit wird bald zur Olympischen Disziplin. Knicken können all jene somit auch Platz 7 der besten Kennenlernorte (Sport), der auch für die eine oder andere Hochzeit verantwortlich sein soll. Erst jetzt drängt langsam das Internet hinzu: allen voran Tinder, Once oder Lovoo. Oder Parship und co, die wahren Naturkatastrophen, empfehlenswert für jene, die die gute Freundin mit fraglicher Menschenkenntnis in einem Algorithmus wiedererkennen und ihr für absolut fragwürdige 270 Euro pro halbem Jahr die „zufälligen“ aber doch peinlichen Treffen abkaufen. Wobei wir ja praktisch wieder bei Platz 1 wären. Läuft mit dem Kennenlernen! Ich probiers mal im Blumenladen.

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