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Lifestyle | 22.12.2017

Zuhause unter Gästen

Leonhard Stock ist selten allein, zumindest nicht Zuhause. Denn im Olympia Relax Hotel gehen stets Gäste ein und aus. Ein etwas anderes Wohnkonzept, das das Skiass und Lebensgefährtin Gundi Reibersdorfer uns bei einem Besuch in ihrem Zuhause näherbrachten.

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© Birgit Pichler

Er ist einer unter lediglich sechs, die Olympia im Abfahrtsbewerb für Österreich gewannen. Als er 1980 in Lake Placid die Abfahrt für sich entschied, feierte eine ganze Nation seinen Sieg. Dass diese Eindrücke nachwirken, wird im Zuhause von Olympiasieger Leonhard Stock klar: Pokale, Medaillen und vor allem Fotos sind im Daheim omnipräsent. „Auf die sportliche Karriere bin ich sehr stolz, auch unsere Gäste mögen das“, meint Leonhard Stock und führt uns zum Bild mit dem Cover des TIME-Magazins, das er 1980 zierte. Das Skiass hat eine steile Karriere hinter sich, wohnlich hat der Olympiasieger keine großen Sprünge gemacht, sondern wohnt nach wie vor in Finkenberg, wo er aufwuchs. Hier führt er mit Lebensgefährtin Gundi Reibersdorfer sein eigenes Hotel, eröffnete im elterlichen Haus nach einigen Umbauphasen das heutige Leonhard Stock Olympia Relax Hotel. Das geht einher mit einem Leben im Schaufenster, ein Leben unter Gästen, das sich viele schwierig vorstellen, Leonhard Stock aber als Alltag empfindet. Vollständige Ruhe und Abgeschiedenheit kennt der leidenschaftliche Sportler und Skifahrer höchstens beim Jagen im Wald oder im Urlaub. Sonst genieße er die Gesellschaft im Hotel  und das bei  allen alltäglichen Wohnsituationen. Ein Lebenskonzept der etwas anderen  für viele vielleicht gewöhnungsbedürftigen Art und Weise.

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© Birgit Pichler

Lebenslänglich Zillertal. Als der Vater 1988 verstarb, übernahm Leonhard Stock das Gästehaus seiner Eltern, in dem die Familie zeitlebens wohnte. Das bat in seiner Kindheit schon mal 30 Leuten eine temporäre Heimat. Auch wenn damals noch vieles anders war, so blieb eine Sache gleich: „Meine Eltern schliefen hier im Parterre, gleich neben dem Eingang, gegenüber war unsere Küche. Man verbrachte die Zeit immer zusammen mit den Gästen, die gerade hier waren, diese Nähe habe ich von meinen Eltern übernommen“, erklärt Leonhard Stock. So ist der kleine Privatbereich des Paares nach wie vor im Parterre und hier  spielt sich der Alltag immer noch inmitten der Hotelgäste ab, gegessen oder zusammengesessen wird im Eingangsbereich, so wie auch schon bei den eigenen Eltern. „Ich bin diese Öffentlichkeit schon seit jeher gewohnt. Als ich jung und aktiv im Skisport war, war ich natürlich auch lange Zeit fern der Heimat. Wenn ich heimkam, empfingen mich dort Familie und eben auch Stammgäste“, erzählt der Sportler.

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© Birgit Pichler

Privatheit vs. Öffentlichkeit. Trotzdem war in dieser Zeit das Wohnen inmitten von Schaulustigen nicht immer einfach. „Gerade wenn ich nach den großen Rennen nach Hause kam, dann störte mich dieses Öffentlichsein schon manchmal. Ich war in diesem Sinne auch zuhause greifbar, alle fragten mich, wie es in Amerika aussehe und wie sich der große Sieg denn anfühle. Ich wollte eigentlich nach dieser stressigen Zeit nur meine Ruhe haben, aber das war nicht immer möglich“, erklärt Leonhard Stock. Heute, im eigenen Hotel, ist diese Öffentlichkeit durchaus geplant, ja von den Gästen geschätzt. Wenn Ruhe gebraucht wird, dann verschwindet der Hausherr einfach von seinem Daheim. „Im Haus sind die Rollen ganz klar verteilt, hier bin ich der Chef, hier bin ich der Olympiasieger, mit dem jeder reden und den jeder treffen möchte“, meint das gesellige Skiass. Und das wird von der ganzen Familie auch so akzeptiert. Auch die Kinder des Sportlers wuchsen inmitten der Gäste auf, „meine Kinder hatten immer großen Spaß bei uns im Hotel. Ich kann mich erinnern, dass in dieser Zeit besonders viele junge Familien bei uns Urlaub machten, auch weil sich die Kinder so gut miteinander verstanden“, erinnert sich Leonhard Stock. So entstand auch die eine oder andere Freundschaft.

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© Birgit Pichler

Traditionell. Genauso wie auch die Gastfreundschaft zähle für die Tirol-Urlauber laut Stock die Tradition, die auch im Olympia Relax Resort, also im Zuhause des Skiasses hochgehalten wird. Durch alle Räume des Hauses ziehen sich traditionelle Tiroler Motive, Holzvertäfelungen und typische Elemente wie der große Kachelofen im Foyer. All dies gehöre auch zu Tirol und zur Heimat dazu, betont Leonhard Stock, und so auch zu seinem Zuhause. Selbst wenn er sich außerhalb des Hotels ein neues Heim einrichten würde, würde er niemals auf diese typische Optik verzichten. „Ich bin ein traditioneller Typ und würde ein Haus immer dementsprechend einrichten, Materialien wie Holz gehören einfach dazu. Und alle diese Elemente lassen sich ja auch modern umsetzen“, erklärt der Olympiasieger. Eine Oase findet sich etwa auch in der Almhütte von Leonhard Stock, die circa zehn Minuten entfernt vom Zuhause des Sportlers liegt und für Stock eine Auszeit vom Alltag in Finkenberg darstellt. Hier geht die Synthese von Tradition und Moderne auf, das Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert wurde neu aufbereitet.

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© Birgit Pichler

LeidenschaftDer Tradition noch näher ist immerhin das Haus in Finkenberg. Sieht man sich in den Wohnräumen von Leonhard Stock um, so ist Alltagsleben stets präsent. Sehr stolz ist der Sportler etwa auch auf seine Jäger-
ecke im Parterre, wo Trophäen und eine Ehrenscheibe von der großen 
Leidenschaft zeugen. Ebenso leidenschaftlich, ja ganz zentral steht im Zuhause des Abfahrtsiegers die sportliche Vergangenheit, die mit den zahlreichen Auszeichnungen, Pokalen und Fotografien zelebriert wird. Für uns holt Leonhard Stock auch die originale Olympiamedaille aus dem Schrank hervor, die den stolzen Skirennläufer immer noch ins Schwärmen  geraten lässt. „Diese Zeit war besonders für mich, und ich bin sehr dankbar, dass ich diese wunderbaren Erlebnisse machen durfte. Trotz allen Erfolgs bin ich aber immer am Boden geblieben, habe meine Zeit immer am liebsten hier im Zillertal unter Freunden und Familie verbracht“, erzählt Leonhard Stock. „Heute passiert es mir noch oft, dass Leute auf mich zukommen und sich an mich erinnern, weil sie etwa bei meinem Sieg einen Tag schulfrei hatten. Das ganze Tal hat mich damals gefeiert, das macht mich natürlich sehr stolz“, erzählt der Olympiasieger. Und diesen bescheidenen Stolz lebt Stock in seinem Zuhause auch aus. Urlauber kommen, um ihn zu sehen, und so wohnt der Sportler für kurze Zeit mit ihnen, erzählt im eigenen Wohnzimmer von den großen Siegen und auch viel vom Daheim im Zillertal, dem Zuhause unter Gästen und eben auch Freunden.

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