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Lifestyle | 21.12.2017

Hoch die Hände - Jahresende!

Für Barbara war dieses Jahr schön. Und schön schwierig.

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© Shutterstock

Wieder mal ein Jahr versäumt. Das ist so der Grundgedanke, wenn ich mich an Silvester unter den Tisch ducke – nicht weil ich mein Glas immer so schnell halbleer sehe, sondern weil ich wahnsinnig Angst habe, vom Sektkorken ins Auge getroffen zu werden. Das wäre nur das i-Tüpfchen auf diesem lausigen Jahr, das mir in 20 Jahren eh schon wieder wie „Früher war alles besser“ vorkommt. Aber lasst uns kurz vor Löffelabgabe des Jahres nochmal wehleidig zurückzublicken, vielleicht auch um herauszufinden, was 2017 in der Weltgeschichte für eine Bedeutung hat? Meist nicht vielmehr als die Einzelschicksale: Probieren Sie es aus und googeln Sie sich durch die großen Schicksalsschläge unseres 2017. An jedes „Ah, ja genau“ tritt die Frage: Was habe ich eigentlich damals gemacht? Wir erinnern uns an unsere Schicksale: die beendete Beziehung, die Krankheit in der Familie, der verregnete Urlaub. Und der enttäuschten Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Aber was hat die Massen bewegt?


Krisenjahr. Als erstes: die großen Krisen 2017. Nach kurzem Kopfrechnen wurde akzeptiert, dass Macron tatsächlich mit einer knapp 25 Jahre älteren Frau als Première Dame in den Elysee-Palast zieht. Genauso wie nach kurzem im Halse-Stecken-Bleiben nun doch wieder Original Tiroler Gerichte aus bestem ausländischen Fleisch zubereitet werden. Nur bitte nicht in der Öffentlichkeit.

 

Heldenjahr. Als zweites: die großen Helden. Um allzu große Trauer zu vermeiden, vermeiden Sie,sich durch den Nekrolog 2017 zu klicken. Auch hier kann man sich nur gedanklich ein erheiterndes Bild zeichnen: Roger Moore und Hugh Hefner müssen die eingeladenen Häschen wegen #metoo wieder ausladen, Jerry Lewis gackert ob dieser Nachricht um die trauernden Playboys herum, während Malcolm Young, Tom Petty, Chester Bennington und Chris Cornell Gitarrenunterricht bei Fats Domino und Chuck Berry bekommen und dabei hoffen, dass Charles Manson nicht um die Ecke biegt. Guter Nebeneffekt: Zu dieser Vorstellung lustigen Himmelstreibens passt jetzt auch nicht mehr die Trauer um die vielen Verstorbenen, sondern viel besser die Freude über die unzähligen Justin Biebers und Möchtegern-Blogger, die 2017 auf die Welt kamen. Und die dank „I BIMS“ zu den großen Gewinnern zählen. Immerhin von hartnäckigen Rechtschreibdetoxern geprägt und unvergessen als Wort des Jahres. Da lob ich mir die anderen großen Gewinner 2017: die Flunder in ihrer Rolle als Fisch des Jahres oder die Gemeine Fichte in ihrer atemberaubenden Darbietung als Baum des Jahres.

 

Altes Jahr. An diesen Lichtblicken gilt es sich festzuhalten: Ich persönlich möchte hieran noch den Held 2017 küren, der für mich eindeutig der aberwitzige Nerd war, der an seinem letzten Arbeitstag bei Twitter den (damals noch) 140 Zeichen spuckenden Terrorzwerg Donald Trump den Gar ausgemacht hat. Wahrscheinlich mit einem kleinen Klick. Und dann hat er gelacht. Und ich mit ihm. Denn was sich so groß wähnt, erlischt auch schnell. Fast wie das kleine 2017, das wir jetzt zu Grabe tragen. Und bei aller Freude um das neugeborene 2018 vergießen wir auf dem Begräbnis von 2017 doch ein Tränchen für das dahinscheidende Jahr. Also stoßen wir darauf an an Silvester, versteckt unter dem Tisch und lasst uns wie in jeder guten Beziehung zugeben: Liebes 2017, es ist schön mit dir. Aber es könnte schöner sein.

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