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Lifestyle | 17.11.2017

Weihnachtselfe vs. Grinch

Barbara hat sich noch nicht entschieden, ob sie die Vorweihnachtszeit als Weihnachtselfe oder als Grinch begehen möchte, kennt trotzdem jedes Weihnachtslied auswendig und trällert sie schon seit August.

Bild 1711_T_Glosse_Barbara.jpg
© Shutterstock

Mit einem leichten Augenzucken beginnt es. Die Misanthropen unter uns merken es schon. November bedeutet: nur mehr ein Monat bis Dezember. Und dabei ist der November ja –wenn der Dezember der Montag unter den Monaten ist – immerhin der Sonntag unter den Monaten. Einmal durchschnaufen, bevor es richtig dicke kommt. Obwohl sich im November schon einiges ankündigt, nämlich alle diese ersten Male, die andere verzücken: das erste Mal von Weihnachtsbeleuchtung geblendet werden, das erste Mal über Lebkuchenregale mitten im Supermarktgang stolpern, das erste Mal den Kollegen „Jingle Bells“ summen hören. Denn wenn ich, so wie jedes Jahr, nach erster Freude über einen gratis Sonntag am 2. November checke, dass besagter November ist, stelle sich bei mir das erste innere Augenrollen ein: Nur mehr (hier Anzahl einfüllen) Tage bis Weihnachten. Dabei ist es für mich natürlich nicht das Weihnachtsfest an sich, sondern die ganze Vorweihnachtszeit mit ihren gesellschaftlichen Anlässen, familiären Verbindlichkeiten und Vorfesten, die „gefeiert werden müssen“ .

Besser machen. Weil ich nun aber der festen Meinung bin, dass man das Jahr nicht vor Silvestser loben sollte, ich mich immer wieder mal wandlungsfähig gebe und überhaupt alles Gute im Menschen nur intensiv herumgeprügelt werden muss, möchte ich in diesem Jahr mächtig gut vorbereitet in die Vorweihnachtszeit starten und halte mich heuer strikt an meine selbstverfasste Handreichung, die mich den Vorweihnachtstrubel als Elf und nicht als Grinch erleben lässt. Eine kleine Zusammenfassung:

1. Weihnachtsgeschenke im November kaufen: Generell sollen Menschen beim Gedanken daran, ihren Liebsten eine Freude zu machen, bereits beim Kauf eine Freude empfinden. Hat im November besonderen Reiz, weil Sommerkleidung noch im Sale zu finden ist.

2. Einen Brief an das Christkind schreiben: Und an einem windigen Tag vors Fenster legen.

3. Weihnachtspullover kaufen: Für jeden Dezembertag einen. Vorteilhafte Motive: Schlitten mit Fransen. Floureszierende Schneeflocken. Lustigstes Motiv (tanzende Rentiere mit abwechselnd blinkenden Nasen) aufbehalten, um diesen Pullover dann ...

4. ... auf der Weihnachtsfeier anzuziehen: Der erste Schritt aber: hingehen. Und dann endlich einmal unvoreingenommenen den Arbeitskollegen begegnen. Hysterisch über ihre Flachwitze lachen.

5. Weihnachtslieder auswendig lernen: Jeden Tag lautstark ein anderes zum Besten geben. Zum Frühstück.

6. Das  Gute schätzen: Denn das einzig gute erste Mal im November ist eh der Glühwein. Einfach weil es brühend heißen Weinpansch, in dem fünf Holzstücke („Nelken“) absaufen, am besten bei angenehmen 25 Grad Außentemperatur zu degustieren gilt. Sauer im Abgang und ein Garant für Hangover und deshalb im Dezember tunlichst zu vermeiden. Und Glühwein hilft auch gegen Augenzucken – ist doch gut, dass die Vorweihnachtszeit bei mir jetzt schon im November beginnt. Call me professionelle Weihnachtselfe!

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