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Lifestyle | 21.03.2017

Die Magie des Frühlings

Die warme Jahreszeit rückt näher und mit ihr die berühmt berüchtigten Frühlingsgefühle. Oder doch nicht? Ob und warum wir im Frühling regelrecht aufblühen, verrät Ihnen die TIROLERIN.

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Fotos: Shutterstock

Es ist wieder soweit! Die Tage werden länger, die Sonnenstrahlen stärker und schon bald gilt es, sich auch von den letzten Resten des Schnees zu verabschieden. Der Frühling ist da! Und mit ihm gute Laune, mehr Elan und allem voran verliebte Blicke, soweit das Auge reicht. Die altbekannten Frühlingsgefühle schaffen es, so einigen Menschen den Kopf zu verdrehen. Oder? Sind wir zum Anbruch der warmen Jahreszeit wirklich eher bereit, uns auf das andere Geschlecht einzulassen oder machen wir uns mit dem besseren Gegenstück der Novemberdepression nur selbst etwas vor?

Immerhin habe der Frühling „auf den Menschen einen nicht geringen Einfluss“, wusste bereits Friedrich Arnold, deutscher Anatom und Physiologe. In seinem Lehrbuch der Psychologie des Menschen beschrieb er 1836 den Effekt des Jahreszeitenwechsels. Sein Fazit: Frühlingsgefühle gibt es. Heute spalten sich die Geister, wenn es um die berühmt berüchtigte Vorsommerverliebtheit geht. Soziale Strukturen, verrückt spielende Hormone, die Liste der diskutierten Gründe für Frühlingsgefühle ist lang. Viele behaupten sogar, es gäbe die jahreszeitenbedingte Flirtbereitschaft gar nicht. Aber was stimmt nun? Sind die allseits bekannten Schmetterlinge im Bauch wirklich nur kleine, gemeine Betrüger, die uns glauben machen, wir seien in ständiger Bereitschaft, uns zu verlieben? Oder sind Gegner der Frühlingsgefühle einfach nur pessimistisch eingestellte Miesmacher, die anderen ihr Glück nicht gönnen? 

 

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Während Frühlinsgefühle in Nordamerika als „Spring Fever“ bekannt sind, kennt man das Phänomen in vielen anderen Ländern gar nicht. Menschen, die am Äquator leben, haben von den vorsommerlichen Emotionen wahrscheinlich noch nie gehört. Der Grund: Geringere Unterschiede zwischen Tag und Nacht, sowie Sommer und Winter.

Hormoncocktail. Fest steht, dass die Rückkehr der Sommerjahreszeiten aus wissenschaftlicher Sicht so einiges in uns auslöst. Die Zauberworte hier: Hormone. Während monatlich wiederkehrende Gefühlsausbrüche und untypische Lebensmittelkombinationen gerne auf die winzigen Botenstoffe geschoben werden, lässt sich auch in Sachen frühjährlicher Gefühlsachterbahn ein Zusammenhang zu den Emotionsschaffern finden. Melatonin, auch bekannt als Schlafhormon, sinkt unter der Einwirkung von Licht. Die länger werdenden Tage fördern diesen Rückgang. Wir fühlen uns automatisch nicht mehr so müde, sind aktiver, verspüren einen größeren Drang nach Bewegung. Zeitgleich wird  Serotonin, das Glückshormon, durch das Einwirken von Sonnenstrahlen stimuliert. Voilà, der Grund für das breite Grinsen, das sich ab März auf den Gesichtern der meisten ausbreitet, ist gefunden. Klingt plausibel. So einfach ist die ganze Sache aber leider nicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die moderne Gesellschaft in einer Art zwölfmonatigem Frühling befindet. Grund dafür: Licht ist durch die fortschreitende Technik allgegenwärtig geworden. Während unsere Vorfahren längeren Dunkelphasen höchstens mit Kerzenschein entgegenwirken konnten, betätigen wir bei Dämmerungseinbruch einfach einen Schalter und erhellen unsere Umgebung. Hormone werden nämlich auch von künstlichem Licht beeinflusst. Im Gesamten haben längere Sonnenperioden also keinen großen Einfluss auf die Produktion von Melatonin und Seratonin.

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Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Meinungsraum.at gaben 2016 92 Prozent an, Frühlingsgefühle zu haben. Vielleicht gibt es sie also doch!

Bereit für die Liebe. Bringt uns der Frühling nun also frischen Zauber oder ist der Mythos rund um die Nachwinter-Turtelei nichts anderes als Schnee von gestern? Hormone sind nicht die einzige Möglichkeit, sich die Stimmungsveränderungen zu erklären: Mittlerweile glauben Forscher, es könnte einen Zusammenhang zwischen Frühlingsgefühlen und sozial erlerntem Verhalten geben. Da viele davon ausgehen, der warme Jahresabschnitt würde frischen Wind ins eigene Liebesleben bringen, ist die subjektive Bereitschaft, Neues zuzulassen, größer als normal. Bei Frühlingsgefühlen könnte es sich also auch einfach um eine Art selbsterfüllende Prophezeihung handeln.

Mal ehrlich. Wie oder warum die Frühjahrsemotionen viele von uns überrumpeln, darf im Grunde ohnehin nebensächlich bleiben. Anstatt lange zu hinterfragen, was es kaum zu ändern gilt, sollten wir die Magie der warmen Jahreszeit einfach auf uns wirken lassen. Immerhin wusste bereits Hesse um den Zauber von Neuanfängen. Im Frühling bricht ein frischer Jahreszyklus an. Grund genug, um in seinen eigenen Frühlingsgefühlen zu baden, auch wenn es diese vielleicht so gar nicht gibt.

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Auch online gibt es einen merklichen Anstieg der Flirtbereitschaft. Im April und Mai boomen Parship, Elite Partner und Co. Ob das wohl auf Frühlingsgefühle zurückzuführen ist?
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