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Fashion | 12.08.2017

Von Kufstein nach East London

Jungdesignerin Joana Fongern greift nach den Sternen des Modehimmels, und ist diesen mit ihrer Master Kollektion „In the Zones“ ein großes Stück näher gekommen.

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Aus Joana Fongerns Kollektion „In the Zones“ (© Thanos Poulimenos/George Zenko)

Seit nunmehr sieben Jahren verfolgt Joana Fongern, eine Jungdesignerin aus Kufstein, ihren Traum, einmal bei den ganz Großen der Modeszene mitzumischen. Mittlerweile ist die gebürtige Deutsche ihrem Ziel ein großes Stück näher gerückt, denn heute lebt die kreative 25-Jährige in East London, wo sie ihrem Schaffen mit voller Begeisterung nachgehen kann.

TIROLERIN: Wie bist du zum Modemachen gekommen? War das immer schon dein Berufswunsch?
Joana Fongern: Für mich war von Anfang an klar, dass ich etwas Kreatives machen muss. Ich war noch nie ein Zahlenmensch oder jemand, der sich für Wissenschaft interessiert. Mode übte auf mich immer einen Reiz aus, aber meine Leidenschaft dafür entwickelte sich erst ab der siebten Klasse, als mir meine Oma ihre alte Nähmaschine geschenkt hat. Vorher wollte ich eigentlich Schauspielerin werden und habe vom großen Durchbruch in Hollywood und meiner Villa in Beverly Hills geträumt. Ich hab sogar Schauspielkurse genommen, aber das Interesse ist dann doch schneller verflogen, als der ersehnte Durchbruch kommen konnte.

Aus deinen Kollektionen kann man ja einen ganz persönlichen Stil herauslesen. Woher nimmst du deine Inspiration?
Das ist eine meiner Lieblingsfragen, die mir immer wieder gestellt wird! Ich lasse mich sehr stark von Subkulturen, Bewegungen und dem alltäglichen Leben inspirieren. Da ich mittlerweile in East London im Bezirk Hackney lebe, werde ich beinahe an jeder Ecke von der Muse geküsst. Alte Warehouses, Fabriken, Graffitis, diverse Kulturen, die zusammen leben, und einfach wie sich Menschen kleiden – so etwas finde ich total interessant und das bunte Zusammenspiel von all diesen Faktoren lässt mich kreativ werden.

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(© Thanos Poulimenos/George Zenko)

Hast du Vorbilder oder Designer, an denen du dich orientierst?
Ich habe einige Brands, zu denen ich aufschaue, wie Versace, Gucci, oder KTZ. Aber zur Zeit ist Off-White c/o Virgil Abloh mein absoluter Favorit. Ich glaube, im Designerstadium, in dem ich mich im Moment befinde, könnte ich eine Menge von Virgil lernen. Die Kollektionen mit den Details und den Stoffen, die er designt, sind absoluter Wahnsinn und es wäre ein Traum, für ihn zu arbeiten.


Worauf kommt es dir bei deinen Designs an? Was ist dir bei deinen Stücken wichtig?
Mir ist wichtig, dass ich meine Designs selbst tragen würde und mit ihnen das widerspiegle, was mich inspiriert. Ich möchte, dass Leute eine starke feminine Frau sehen, der es egal ist, was sie trägt, und die sich dabei selbstbewusst und schön fühlt. Ich bin überzeugt, dass eine Frau nicht zwingend Kleider und High Heels anziehen muss, um hübsch und sexy zu sein. Es kommt alles auf die richtige Kombination, das richtige Maß an. Ich versuche- klassische Kleidungsstücke in kontemporäre Streetwear-Stücke umzuwandeln, und lasse mich dabei auch gerne von Menswear inspirieren. In der Abschlusskollektion meines Masters habe ich zum Beispiel das traditionelle Paspelieren mit Reisverschlusszähnen ersetzt, um dem Ganzen einen Streetwear-Vibe zu verleihen. Details sind für mich sehr wichtig, da man zum Beispiel auch ein ganz klassisches Kleidungsstück blitzschnell in etwas richtig Interessantes verwandeln kann. Es heißt ja schließlich manchmal nicht umsonst „weniger ist mehr“.

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(© Thanos Poulimenos/George Zenko)

Hast du schon mit anderen Designern zusammengearbeitet?
Ja, nach meinem Bachelor hab ich acht Monate lang bei dem dänischen Designer Asger Juel Larsen in Kopenhagen, Dänemark, gearbeitet. Das war eine tolle Zeit! Ich habe Asger einiges zu verdanken und wäre wohl auch nicht da, wo ich jetzt bin, wenn er mich in manchen Entscheidungen nicht etwas gepusht hätte. Durch ihn habe ich auch ziemlich großes Interesse an Menswear entwickelt und gelernt, wie ich mein Können in Womenswear umsetzten kann.


Gibt es bereits konkrete Pläne für die Zukunft? Was sind deine Ziele?
Ich habe so viele Träume und jeden Tag kommen neue dazu. Zurzeit lasse ich ein paar Stücke von meiner Kollektion auf Wunsch nähen und versuche, neue Streetwear-Hoodies auf den Markt zu bringen.  Pläne habe ich zwar, aber in der Modebranche läuft es, wenn es um Jobs geht, leider selten so, wie man sich das vorstellt. Meine Ziele für die Zukunft sind erst einmal mehr Erfahrung bei  bekannten Labels wie Versace zu sammeln. Langzeitziele wären ein Job als Headdesigner/Creative Director eines Labels und natürlich auch, mich mit meinem eigenen Label erfolgreich zu etablieren. Ich möchte in der Zukunft vielleicht auch eine Zeit lang in Los Angeles leben, weil es dort in Sachen Mode enormes Potenzial gibt. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Meistens kommt ohnehin alles anders als geplant.

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Joana Fongern
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